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April 201601.04.2016
April 2016

Kiribati ist ein Kleinstaat in Mikronesien zwischen Hawaii und Australien. Seine 32 Atolle im Pazifik liegen weniger als zwei Meter über dem Meeresspiegel. Damit dürfte Kiribati eines der ersten Länder sein, das laut Schätzungen zwischen 2060 und 2070 im Meer versunken sein wird.

Rund eine Million Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr in Deutschland angekommen. Weltweit sind etwa 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Doch das Fliehen wird nicht abreißen, im Gegenteil, es wird weitergehen, zunehmen, unausweichlicher werden. Wenn sich der durch Menschen verursachte Klimawandel fortsetzt wie bisher, werden laut einer Greenpeace-Studie 200 Millionen Menschen bis 2040 eine neue Heimat suchen. Ihre alte werden sie verloren haben – an den Klimawandel. So wie die Menschen aus Kiribati.

Nicht nur eine ökologische, auch eine humanitäre Katastrophe droht – und daher müssen alle einen Beitrag leisten, um dies zu verhindern. Der Landwirtschaft kommt dabei eine tragende Rolle zu. Methan, Distickstoffoxid und Kohlenstoffdioxid werden in der Landwirtschaft produziert und tragen massiv zur Problematik bei. Doch auf die Landwirtschaft können wir nicht verzichten, sie bildet weltweit unsere Ernährungsgrundlage. Was wir tun können, ist klimaschonende Landnutzungsarten zu forcieren. Und dafür sind die Techniken des Ökolandbaus wertvoll. Geschlossene Kreisläufe, Schonung der CO2-Speicher Böden, Bewahren der Artenvielfalt. Denn am Ende ist die Landwirtschaft selbst wie kein anderer Produktionszweig auf die Rettung unseres Klimas angewiesen.

Ziele zum Klimaschutz müssen ganz oben auf der politischen Agenda stehen und wer als Politiker glaubwürdig für den Klimaschutz eintreten will, muss sich für
die Förderung klimafreundlicher Maßnahmen in der Landwirtschaft einsetzen. Die Erderwärmung trifft zuerst die Menschen, die weit weg von uns sind. Aber sie werden vor unseren Türen stehen und uns zur Verantwortung ziehen.

 

Weitere Themen im Heft:

+1° C = − 6 % Weizen? Interview über die Wechselwirkung von Landwirtschaft und Klima.

Bauernwelt: Der Doktor und das liebe Rind. Eine Tour mit dem Tierarzt Alfred Sehr.

Fleisch ab Hof. Anleitung für die Direktvermarktung von Rindern.

 



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