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Bionachrichten
Dezember 201601.12.2016
Dezember 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

meine siebenjährige Tochter hat das Bild auf der Titelseite gemalt. Es zeigt einen Bauernhof mit Pferd, Kuh, Acker, Grünland, Obstbäumen, Wiesenblumen, Schmetterlingen, Bienen und Vögeln. Ich persönlich wünsche mir für meine Kinder eine Zukunft, in der solche Bauernhöfe existieren. Artenvielfalt, gesunde Böden, saubere Gewässer, artgerecht gehaltene Tiere, eine funktionierende Kreislaufwirtschaft … Mit biologischer Landwirtschaft wird unsere Versorgung mit Lebensmitteln so gestaltet, dass unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben. Da sich die Bio-Nachfrage in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt hat, bedeutet mehr Ökolandbau auch eine Chance für Bauern, ihre berufliche Existenz zu sichern. Den Weg dafür müssen einerseits die Verbraucher, andererseits die Politik ebnen.

Der Staat fördert Ökolandbau mit verschiedenen Instrumenten, die wir in dieser Ausgabe vorstellen. Was mir persönlich bei all diesen Maßnahmen zu kurz kommt, ist die Gemeinschaftsverpflegung. Täglich nehmen Millionen von Menschen ihre Mahlzeiten in staatlichen Kantinen, Schulen, Krankenhäusern und Kindertagesstätten zu sich. Wer als Staat die ökologische Landwirtschaft fördern will und offiziell Ja zu Bio sagt, muss auch Ja zu einer biologischen Ernährung sagen. Österreich, Europameister in Sachen Bio, macht es uns vor. Im Bundesland Wien liegt der Bio-Anteil bei Kindergärten und Kindertagesstätten bei 50 Prozent! In Dänemark, das für die starke Verbreitung von Bio-Lebensmitteln steht und das erste 100-Prozent-Bio-Land der Welt werden will, läuft ein Programm zur Erhöhung des Bio-Anteils in Kasernen. Dort ist es auch Ziel, bis 2020 Mensen, Schulen und Kantinen zu 60 Prozent mit biologischen Lebensmitteln zu versorgen. In der Hauptstadt Kopenhagen liegt der Anteil bereits jetzt bei 87 Prozent!

Und bei uns? Allenfalls in den Ökomodellregionen gibt es zarte Ansätze für eine Gemeinschaftsverpflegung auf ökologischer Basis. Dabei wäre eine flächendeckende Versorgung staatlicher Einrichtungen mit regionalen biologischen Lebensmitteln ein höchst effizienter Motor für die Erreichung von Zielen wie sie etwa die Initiative BioRegio 2020 definiert. Finanzielle Förderungen für Landwirte sind notwendig, aber ebenso braucht es fixe, verlässliche Abnehmer, einen stabilen Markt und das Generieren von Bio-Konsumenten. Wo der Staat hierfür Einflussmöglichkeiten hat, sollte er sie nutzen und klar Ja zu Bio sagen.

Sagt auch Ihr Ja zu Bio, Ja zum Biokreis und bleibt uns im neuen Jahr treu!
Ich wünsche Euch eine schöne Vorweihnachtszeit, erholsame Festtage und einen guten Rutsch.

Eure

Ronja Zöls

 

Weitere Themen im Heft:

Gutes Images mit Zuschuss. Erfahrungsbericht eines Demonstrationsbetriebs. (S. 26)

Bio auf dem Prüfstand. Wie funktioniert eine Öko-Kontrolle? Unterwegs mit dem Kontrolleur (S. 28)

In der Weihnachtsbäckerei... Backen mit der Bio-Königin Eva. I (S. 38)

Nachhaltig leben: O Bio-Tannenbaum! (S. 40)



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