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Bionachrichten
April 201809.04.2018
April 2018

Täglich werden in Deutschland rund 66 Hektar Land als neue Siedlungs- und Verkehrsflächen ausgewiesen. Dies entspricht einem Flächenverbrauch von circa 94 Fußballfeldern – meist zulasten der Landwirtschaft und fruchtbarer Böden. Landwirtschaftlicher Boden wird immer knapper, die Konkurrenzsituation bei der Pacht  angespannter. Zwei der größten Landeigentümer im Bundesgebiet sind die katholische und die evangelische Kirche. Die oberste Autorität der Katholiken, Papst Franziskus, fordert in seiner 2015 erschienenen Enzyklika Laudato Si´ nicht nur alle Erdenbewohner dazu auf, die Schöpfung zu bewahren und ökologisch zu handeln, sondern übt auch Selbstkritik am kirchlichen Wirken. Er mahnt zu einem radikalen Umdenken, einer Umkehr zur Ökologie und einer Vorbildfunktion der Kirche. Was sich in dieser Hinsicht getan hat, wollten wir für diese Ausgabe der bioNachrichten herausfinden und fragten nach: Wie ökologisch handeln die Kirchen? Was tun sie dafür, dass ihre Böden nachhaltig bewirtschaftet werden? Resonanz: Die Kirchen befinden sich offensichtlich in einem Spannungsfeld zwischen ökologischen und sozialen Interessen. Ökologisches Handeln und Vorbildcharakter bilden sich darin nur schwermütig und halbherzig heraus. Es gibt wie in allen Gesellschaftsbereichen tolle Projekte vieler engagierter Akteure, aber ebenso viel Ignoranz und Verschlossenheit. Mit seiner Enzyklika konnte Papst Franziskus offenbar wenig bei den Katholiken bewirken, in der Evangelischen Kirche sieht es hinsichtlich des ökologischen Bewusstseins nicht besser aus.

Was die Institutionen tun könnten? Die Gemeinschaftsverpflegung Zug um Zug auf Bio umstellen, die Vergabe der Flächen transparent gestalten, verbindliche Vorgaben für eine ökologisch wertvolle Verpachtung erarbeiten, in Dialog mit den Bauern treten, mit den ökologischen Verbänden zusammenarbeiten. Vieles wäre möglich, doch wie bei vielen anderen Themen scheint die Kirche stehen zu bleiben. Gleichzeitig ermuntern einige Bistümer Bio-Bauern, sich für Land zu bewerben. Versucht es! Teilt uns eure Erfahrungen mit! Auf Kirchenland liegt eine echte Chance für die Weiterentwicklung von Bio.

Eure
Ronja Zöls



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