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Aktuelles
16.05.2017
Biokreis fordert: „Bienenkiller“ Neonicotinoide sofort verbieten!

Die EU-Mitgliedstaaten sollen sich laut Zeitungsberichten in ihrer Sitzung am 17./18. Mai mit einem Totalverbot von Neonicotinoiden beschäftigen. Die EU-Kommission will einen entsprechenden Vorschlag vorlegen, bei Zustimmung der Staaten könnte es noch heuer zu einem Verbot der synthetischen Insektizide kommen. Der ökologische Anbauverband „Biokreis“ fordert die politischen Vertreter und vor allem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf, sich hier eindeutig für ein Verbot des Bienengifts auszusprechen. „Vernünftige Landwirtschaft muss ohne diese Bienengifte funktionieren“, so Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer. Bio-Bauern produzieren Lebensmittel ohne Pestizide wie Glyphosat und ohne Neonicotinoide.

„Gehirndrogen“ für Insekten
Neonicotinoide sind hochwirksame Nervengifte und finden ihren Einsatz als Insektenvernichtungsmittel auf den Feldern der konventionellen Landwirtschaft. Die Insektizide wirken auf die Nerven von Insekten und lösen zum Beispiel bei Bienen unter anderem einen Gedächtnisverlust aus, der sie nicht mehr zu ihrem Stock zurückfinden lässt. Renommierte Bienenforscher gehen davon aus, dass diese „Gehirndrogen“ vorwiegend für das dramatische Bienensterben verantwortlich sind. Studien belegen, dass in Deutschland der Insektenbestand in den vergangenen Jahrzehnten um bis zu 80 Prozent zurückgegangen ist. Ohne Insekten gibt es keine Bestäubung von Pflanzen. Damit ist die Lebensgrundlage aller in Gefahr.

„Wir können unsere Bienen nicht schützen“
„Nicht nur wir Imker brauchen die Honigbiene“, sagt Biokreis-Imker-Berater Hubert Dietrich, „ihre Bestäubungsleistung ist unbezahlbar für unsere Lebensmittelproduktion. Wir dürfen nicht zulassen, dass noch mehr Bienen leichtfertig vernichtet werden und unser Öko-System immer mehr ins Wanken gerät. Wir können unsere Bienen nicht einsperren und deshalb vor den Ackergiften der konventionellen Landwirtschaft nicht schützen. Der einzige Schutz ist das Verbot dieser Gifte.“

Totalverbot als wichtiges Signal
Die Anwendung der bekanntesten Neonicotinoide – Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam – wurde bereits 2013 beschränkt. Die Hersteller der Insektizide klagen derzeit vor dem Europäischen Gerichtshof gegen diese Anwendungsbeschränkung. „Ein Totalverbot wäre nun der angemessene Schritt und ein wichtiges Signal in die richtige Richtung“, so Sepp Brunnbauer. „Es darf nicht sein, dass die Interessen der Chemie-Industrie – ebenso wie in der Glyphosat-Debatte – schwerer wiegen als die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt!“ Der Biokreis fordert deshalb ein nationales Verbot sämtlicher Neonicotinoide wie es Frankreich bereits im vergangenen Jahr beschlossen hat.

   
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