Biokreis Biokreis Biokreis Biokreis Biokreis Biokreis Biokreis

Hauptmenü

 

Sitemap | Impressum

Biokreis

Häufig gestellte Fragen



 Allgemeines  Für Landwirte
 Zertifizierung  Für Verarbeiter
 Interessenvertretung  Für Verbraucher
 regional & fair  Für Gastronomen
 Für Studenten und Lehrlinge




































 Allgemeines

Wie ist der Biokreis entstanden?  
Was ist die Besonderheit des Biokreis im Vergleich zu anderen Verbänden?  
Wie setzt sich der Biokreis-Standard vom EU-Bio-Standard ab?  
Werden die Biokreis-Produkte auch in anderen Ländern anerkannt?  
Wie ist die Entwicklung des Biokreis in den letzten Jahren?
Wie viele Betriebe und Flächen hat der Biokreis aktuell?    

zurück




































 Für Landwirte

Wie sehen die Leistungen des Biokreis für Landwirte, Teichwirte, Gärtner und Imker aus?  
Wie verläuft die Umstellungsberatung des Biokreis?  
Wie funktioniert die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte über den Biokreis?  
Wie kann mir der Biokreis bei der Beschaffung von Betriebsstoffen und -mitteln behilflich sein?  
Welche Stammtische gibt es und wie oft?
Wie steht der Biokreis zur Blauzungenkrankheit?      

zurück




































 Für Verarbeiter

Wie sehen die Leistungen des Biokreis für Verarbeiter aus?  
Darf ein Biokreis - Verarbeiter seine Rohstoffe nur bei Biokreis-Erzeugern einkaufen?  
Hat der Biokreis Verpackungen und Werbemittel, z.B. für Verarbeiter und Direktvermarkter?  

zurück




































 Für Verbraucher

Wie sehen die Leistungen des Biokreis für Verbraucher aus?  
Wie kann ich feststellen, dass ein Produkt von einem Biokreis - Erzeugern stammt?  
Kann ich auch als Verbraucher an den Biokreis-Exkursionen teilnehmen?  

zurück




































 Für Gastronomen

Kann ich als Gastronom Biokreis-Mitglied werden?  
Wie sehen die Leistungen des Biokreis für Gastronomen aus?  

zurück




































 Zertifizierung des Biokreis

Wie funktioniert die Zertifizierung über den Biokreis?  
Wer entscheidet, ob die Landwirte und Verarbeiter den Anerkennungsbescheid des Biokreis bekommen?  
Wie werden Biokreis-Betriebe kontrolliert?  
Welche Kontrollstellen gibt es in Deutschland?  

zurück




































 Interessenvertretung seitens des Biokreis

Wie sieht die Lobbyarbeit des Biokreis aus?
Wie engagiert sich der Biokreis gegen die Grüne Gentechnik?  

zurück




































 Für Studenten und Lehrlinge

Ich suche eine Praktikumsstelle / einen Ausbildungsplatz auf einem Bio-Bauernhof, kann mir der Biokreis helfen?
Kann mir der Biokreis bei meiner Schul- oder Studienarbeit helfen?  

zurück




































 regional & fair

Was bedeutet für den Biokreis „regional“ und „fair“?  
Warum gibt es in Deutschland ein Siegel „regional & fair“?  
Welche Standards müssen von den Unternehmen eingehalten werden, damit Sie das Siegel „regional & fair“ benützen dürfen? 

 


zurück

 

 

 











 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Allgemeines

Wie ist der Biokreis entstanden?

Der Biokreis entstand 1979 aus einer Verbraucherbewegung im ostbayerischen Passau. Gründer des Verbandes war neben Heinz Jacob eine Gruppe engagierter und ernährungsbewusster Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich in Vollwertkochkursen, Seminaren und Vorträgen mit den Themen „gesunde Ernährung“ und „Ökologischer Landbau“ befassten. Mit der Idee, Landwirte und später auch Verarbeiter zu einer ökologischen Betriebsweise zu motivieren und sich mit diesen gemeinsam in einem Verband zu organisieren, war der Grundstein für den Biokreis e.V. gelegt.

 

Was ist die Besonderheit des Biokreis im Vergleich zu anderen Verbänden?

Zielsetzung des Biokreis ist es, in überschaubaren Regionen eine Zusammenarbeit aller Beteiligten nach ökologischen Grundsätzen zu fördern und die ursprüngliche, bäuerliche Landwirtschaft auf der Basis des Ökologischen Landbaus lebensfähig zu erhalten. Wir setzen auf regionale Strukturen, die vertrauensvolle und verbindliche Marktpartnerschaften ermöglichen. Damit fördern wir regionale Netzwerke zwischen Biobauern und ökologischen Lebensmittelverarbeitern. Nicht nur aus diesem Grund sondern auch wegen der Nähe unserer Berater zu den Landwirten wird der Biokreis von seinen Mitgliedern gern als unbürokratisch und menschlich bezeichnet.

 

Wie setzt sich der Biokreis-Standard vom EU-Bio-Standard ab?

Beim Biokreis muss der gesamte landwirtschaftliche Betrieb ökologisch bewirtschaftet werden, Teilbetriebsumstellungen sind nicht möglich. Biokreis-Tiere dürfen nur dann als Bio verkauft werden, wenn sie auch auf einem Bio-Betrieb geboren wurden, während nach der EU-Bio-VO Tiere auch umgestellt werden können. In der EU-Bio-VO ist die Düngermenge, die aus dem eigenen Betrieb stammt, nicht begrenzt. Die Richtlinien des Biokreis schreiben eine Gesamtdüngermenge von max. 112 kg Stickstoff pro ha und Jahr fest. Laut EU-Bio-VO sind der Zukauf und das Ausbringen von konventionellem Wirtschaftsdünger zugelassen, beim Biokreis muss der Zukaufsdünger von einem Biobetrieb stammen. Biokreis-Tiere müssen überwiegend mit hofeigenem Futter gefüttert werden. Biokreis-Rinder dürfen nur Bio-Futter bekommen, außerdem ist eine ganzjährige Silage-Fütterung verboten. EU-Bio-Betriebe können Futter unbeschränkt zukaufen und die Rinder können das ganze Jahr über mit Silage gefüttert werden. Der Hauptunterschied bei der Tierhaltung liegt in den Bestandsobergrenzen pro Hektar, die beim Biokreis deutlich geringer sind als beim EU-Bio-Standard. Außerdem ist beim Biokreis der Kuhtrainer verboten und die Transportzeiten zum Schlachthof sind begrenzt, worüber sich in der EU-Bio-VO keine Regelungen finden. Im Ackerbau halten Biokreis-Mitglieder eine Fruchtfolge mit mindestens 20% an Leguminosen ein, außerdem sind erdenlose Kulturen, wie z.B. der Anbau von Bio-Tomaten auf Steinwolle, verboten. Letztere sind in der EU-Bio-VO erlaubt. Ebenso trifft die EU-Bio-VO keine Aussage über den Leguminosenanteil in der Fruchtfolge.

 

Werden die Biokreis-Produkte auch in anderen Ländern anerkannt?

Biokreis Produkte werden sowohl in der Schweiz durch die BioSuisse als auch in England durch die soil association anerkannt.

 

Wie ist die Entwicklung des Biokreis in den letzten Jahren?

Der Biokreis ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, in den letzten drei Jahren (2005-2008) sogar jeweils um ca. 10 Prozent, wobei der größte Zuwachs bei den Landwirten zu verzeichnen ist. Bei den Verarbeitern ist der Zuwachs verhältnismäßig etwas geringer, aber stetig. Der Anteil an Verbraucher-Mitgliedern ist konstant.

 


Wie viele Betriebe und Flächen hat der Biokreis aktuell?

Zu Beginn des Jahres 2009 sind 75 verarbeitenden Betriebe und 750 landwirtschaftliche Betriebe Mitglied im Verband. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Biokreis dementsprechend um 63 Betriebe gewachsen, das entspricht einem Wachstum von 10 Prozent zum Vorjahr. Zum 01.01.2009 beträgt die Anbaufläche des Biokreis 29.057 ha, das sind knapp 5.000 ha mehr als zu Beginn des Jahres 2008.
 
zurück




























Für Landwirte

Wie sehen die Leistungen des Biokreis für Landwirte, Teichwirte, Gärtner und Imker aus?

Vor der Aufnahme in den Verband führt ein/e Berater/in des Biokreis eine ausführliche Umstellungsberatung vor Ort auf dem landwirtschaftlichen Betrieb durch. Während der Mitgliedschaft stehen wir jederzeit für Fragen zur landwirtschaftlichen Erzeugung zur Verfügung. Wir haben eine Telefonhotline eingerichtet, über die das Berater-Team des Biokreis telefonisch zur Verfügung steht. Gerne beraten wir komplexere Fragestellungen auch vor Ort. Des Weiteren unterstützt der Biokreis die Betiebe bei der Beschaffung von Betriebsmitteln und bei der Vermarktung. Außerdem zertifizieren wir unsere Landwirte und stellen ihnen für ihre ökologische Wirtschaftsweise das Biokreis-Anerkennungszertifikat aus. Darüber hinaus bieten wir regional alle 2 Monate Stammtische an und organisieren Seminare und Fachexkursionen. Regelmäßig erhalten alle Mitglieder aktuelle Informationen zum Thema Ökolandbau und gesunde Ernährung in unserer Verbandszeitschrift "
BioNachrichten " . Außerdem vertreten wir die politischen Interessen unserer Mitglieder auf Bundes- und Landesebene.

 

Wie verläuft die Umstellungsberatung des Biokreis?

In vielen Fällen bietet der ökologische Landbau eine echte finanzielle und arbeitswirtschaftliche Alternative zur herkömmlichen Landwirtschaft. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, klären wir mit Ihnen vor Ort Fragen zu betrieblichen Gegebenheiten, zur Zielsetzung ihres Betriebes und/oder ihrer Familie, zu Richtlinien, zu Finanzen und zu Fördermöglichkeiten. Wir schauen, welche Möglichkeiten der bestehende Betrieb bietet, wie die Arbeitsbelastung aussieht und welche ökologischen Vermarktungsmöglichkeiten in der Region genutzt werden können. Außerdem möchten wir uns gern mit allen Beteiligten über die Bedenken und Erwartungen an eine Umstellung auf den biologischen Landbau austauschen. Denn nur eine gemeinsame Entscheidung zur Umstellung kann erfolgreich sein. Wir möchten Ihnen kein System aufzwingen, sondern Sie dabei unterstützen, es gemeinsam zu entwickeln. Deswegen besprechen wir gemeinsam die Richtlinien und erarbeiten mit Ihnen einen detaillierten Umstellungsplan. Da Sie sich nach der Umstellung finanziell nicht schlechter stellen sollten, erstellen wir Ihnen einen individuellen finanziellen Vergleich konventionell zu bio und klären, inwieweit sich der ökologische Landbau auf Ihrem Betrieb rechnet. Dabei orientieren wir uns an Erfahrungswerten, den aktuellen Preisen und Aufwänden. Zu guter Letzt informieren wir Sie über Möglichkeiten der Förderung, wie z.B. dem Kulturlandschaftsprogramm oder Möglichkeiten der investiven Förderung.

 

Wie funktioniert die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte über den Biokreis?

Der Biokreis setzt auf eine langfristige partnerschaftliche Zusammenarbeit von Biobauern und Verarbeitern in den Regionen - auf kurze Wege und eine direkte vertragliche Verbindung zwischen Landwirt und Verarbeiter.  Dadurch entsteht ein effizientes System, das die Vermarktungskosten niedrig und die Auszahlungspreise hoch hält. Außerdem entsteht dadurch Verbindlichkeit und eine direkte Rückkopplung bzgl. der Qualität der angelieferten Rohwaren.


Wie kann mir der Biokreis bei der Beschaffung von Betriebsstoffen und -mitteln behilflich sein?

Der Biokreis beteiligt sich an der Warenbörse des Landeskuratoriums für Pflanzliche Erzeugung in Bayern (LKP). Mitglieder haben hier die Möglichkeit, kostenlos Anzeigen zu veröffentlichen oder einzusehen. Darüber hinaus veröffentlichen wir die Anzeigen kostenlos in der Warenbörse der Verbandszeitschrift „BioNachrichten“, die alle zwei Monate an alle Mitglieder verschickt wird. Natürlich stehen die Berater bei Fragen zur Beschaffung auch jederzeit zur Verfügung.
Verpackungsmittel, Verkaufshilfen und andere Betriebsmittel, nicht nur für Direktvermarkter, können ebenfalls über den Biokreis bezogen werden.

 

Welche Stammtische gibt es und wie oft?

Die landwirtschaftlichen Berater des Biokreis sind jeweils für bestimmte Regionen zuständig. Für die dort ansässigen Biokreis-Landwirte veranstalten sie alle zwei Monate einen Stammtisch, sodass regelmäßig die Möglichkeit zu einem fruchtbaren Austausch gegeben ist. Um die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern und dem Verein weiter zu verbessern, hat der Vorstand des Biokreis e.V. 2008 beschlossen, die alte Tradition der Stammtischsprecher wieder zu beleben. Sie dienen als regionale Ansprechpartner aus der Praxis und bilden ein erweitertes Gremium, das dem Vorstand und dem Biokreisteam fachlich und agrarpolitisch beratend zuarbeitet. Die Aufgaben der Sprecher sind insbesondere:
· Inhaltliche Zuarbeit für die Biokreis-Beratung
· Ansprechpartner für Mitglieder und Interessenten aus der Region
· Unterstützung bei agrarpolitischen Aktivitäten vor Ort
· Unterstützung bei der Regionalvermarktung
· Mitarbeit bei der Weiterentwicklung der Leitbilder und Zielsetzungen des Biokreis e.V., sowie bei der Biokreis-Richtlinienarbeit.
 Biokreis-Stammtische




Wie steht der Biokreis zur Blauzungenkrankheit?

Fachliche Inhalte zur Blauzungenimpfung:

Der Biokreis fordert die Freiwilligkeit der Impfung. Dies ist eine klare Aussage. Denn letztendlich hat der Landwirt die Verantwortung für seine Tiere. Wie verschieden sich die Bewertung zur Blauzungenimpfung im Biokreis darstellt, kann man erkennen, wenn man Berichte zu diesem Thema aus NRW und aus Bayern von zwei kompetenten Biokreis-Beratern liest. Deswegen ist es für Landwirte auch wichtig, sich alle Seiten anzuschauen und wertfrei eine Entscheidung zu treffen.

Mai 2008: Blauzungenerkrankung in NRW -
Impfen oder abwarten?
Von Jörn Bender, Biokreis NRW
Die Blauzungenerkrankung hat 2007 viele Rinder- und Schafhalter in NRW und angrenzenden Regionen hart getroffen. Viele Betriebe haben gutes Tiermaterial verloren, kämpfen bis heute mit Verkalbungen, Verlammungen und ausbleibenden Entschädigungen oder haben schlechte Trächtigkeitsraten zu verzeichnen. Tiere, die die Infektionen in 2007 erkrankt überstanden haben, kümmern oft monatelang bzw. scheiden mittelfristig dennoch aus der Produktion aus. Mitte bis Ende Juni 2008 soll der Impfstoff der Unternehmen Fort Dodge (SI/OE) bzw. CZ Veterinaria (HSK) in Südwestfalen für Rinderhalter verfügbar sein. Vom 15. Mai bis zum Beginn der Impfaktionen gibt es erneut Entschädigungen für entsprechende Tierverluste. Die Verabreichung des Impfstoffes wird subkutan erfolgen und bedingt keine Wartezeiten bei Milch oder Fleischprodukten. Die Kosten des Impfstoffes werden bei einem Landeszuschuss von 50 % von der Tierseuchenkasse übernommen. Die Kosten der tierärztlichen Leistung (Impfgebühr) hingegen werden von der TSK nur im Rahmen einer Beihilfe mitgetragen, ein Teilbetrag kann je nach Abrechnungsmodalitäten daher beim Landwirt verbleiben. Viel umstrittener ist die grundsätzliche Frage nach der Durchführung der flächendeckenden Impfung. Während viele Tierärzte und Veterinärämter die Impfung dringend empfehlen haben insbesondere die Halter extensiver Viehbestände große Bedenken. Eine zweimalige Impfaktion im Abstand von 4 Wochen halten viele Mutterkuhhalter praktisch nur für bedingt durchführbar. Ebenfalls auf Widerstand stößt die Aussage, Jungtiere bei Erreichen eines Alters von über 8 Wochen nachimpfen zu müssen. Die Veterinärbehörden argumentieren umgekehrt. Wegfallende Entschädigungen im Falle einer Nicht-Impfung, ein hohes Viruspotential in den Gnitzen in 2008, nicht nachgewiesener Schutz durch Infektionen in 2007 und ein Gesamterfolg der Maßnahme, der von einer flächendeckenden Impfung abhängen soll, führen diese als starke Argumente für eine Impfung an. Mastrinder in Stallhaltung, Mutterkuhbestände und Rinder, die nachweislich BTV-Antikörper aufweisen müssen allerdings nicht verpflichtend geimpfte werden. Ab dem Winterhalbjahr 2008/2009 dürfte sich die Situation indess ohnehin entspannen, da ausreichend Impfstoff vorhanden sein wird und die Möglichkeit der Impfung im Stall besteht. Kritisch ist in jedem Falle der Einsatz von Insektiziden (Butox, etc.) zu sehen, da deren Wirksamkeit hinsichtlich der Gnitzen keinesfalls nachgewiesen ist.


Herbst 2008: Blauzunge 2008
Ein Resümee für NRW – Hessen – Rheinland-Pfalz
Von Jörn Bender, Biokreis NRW
„Impfung gegen die Blauzungenkrankheit (BT) erfolgreich abgeschlossen“ – so titelte eine Pressemitteilung des nordrheinwestfälischen Landwirtschaftsministeriums im Oktober. Doch
wie erfolgreich war die Aktion tatsächlich und welche Nebenwirkungen sind aufgetreten?
Seit Beginn der diesjährigen Weidesaison wurden bis Ende Oktober deutschlandweit etwa 2140 Neuinfektionen des BT-Virus Serotyp 8 vornehmlich bei Tieren, bei denen kein oder nur ein unzureichender Impfschutz vorlag, bestätigt. Das ist im Vergleich zum Akutjahr 2007 eine verschwindend kleine Anzahl. Tiere, die im Verlauf der Grundimmunisierung geimpft wurden, haben, so die Rückmeldung vieler Tierhalter, in der Regel den Impfstoff gut vertragen. Neben den Veterinärbehörden bietet das Paul-Ehrlich-Institut den Impfbetrieben die Möglichkeit, Nebenwirkungen zu melden. Bei Rindern liegt die Zahl der Aborte im Promille-Bereich, bei Schafen und Ziegen noch darunter. Ähnliches gilt für Todesfälle, die möglicherweise auf die Impfung zurückzuführen sind. Wissenschaftler weisen jedoch darauf hin, dass ein gesicherter Zusammenhang der Impfung mit unerwünschten Folgen nur in wenigen Fällen nachzuweisen ist.
Vor allem für die Mutterkuh- und Mastrinderhalter in NRW, für die in diesem Jahr keine Impfpflicht bestand, stellt sich nun die Frage, wie es weiter geht. Wenngleich die Veterinärbehörden zur Impfung raten, um eine möglichst hohe Flächendeckung zu erreichen, gilt für diese Betriebe zunächst weiterhin die Freiwilligkeit der Impfung. Hessen nimmt lediglich solche Tiere von der generellen Impfpflicht aus, die nachweislich vor Beginn der Impfkampagne positiv auf BT getestet waren. In Rheinland-Pfalz ist eine Ausnahme von der generellen Impfpflicht nur für Mastbetriebe mit ganzjähriger Stallhaltung zulässig. Abweichende Regelungen für Ausnahmen, Impffristen sowie Impfkosten zwischen den Bundesländern haben teilweise für erhebliche Unruhe an der BT-Front gesorgt.
In jedem Fall lohnt es sich für Rinderhalter abzuwarten, wie die Rahmenbedingungen für die im neuen Jahr anstehende Impfaktion aussehen werden. Vor allem dann, wenn die Tiere bisher eine gute Vitalität und keinerlei klinische Symptome zeigten. Jeder Betriebsleiter sollte sorgfältig abwägen, ob eine Impfung notwendig ist. Steht ein Export in ein EU-Nachbarland an, besteht allerdings keine Alternative zur Impfung.
Deutlich kritischer zu bewerten sind die Auflagen, wie sie beispielsweise nach dem Auftreten des BT-Serotyps 6 in den Niederlanden für das Verbringen aus der 150-km-Zone erteilt werden. Die Verpflichtung, diese Tiere prophylaktisch mit Butox o.ä. zu behandeln, obwohl eine Wirkung dieses Präparates auf Gnitzen nachweislich nicht besteht, lässt sich wohl nur mit hilflosem Aktionismus der Behörden begründen.

 

April 2009: Weg mit dem Impfzwang!
Landwirte beklagen massive Schäden durch die Blauzungen-Impfung  
Von Peter Paulus, Biokreisberater im Allgäu
Für die Impfbefürworter ist die Sache klar: Die zwangsweise durchgeführte Impfung gegen die Blauzungenkrankheit ist ein harmloser Eingriff, der Rinder, Schafe und Ziegen vor einer bedrohlichen Seuche schützt. Die Ergebnisse einer Umfrage zur Blauzungen-Impfung unter den Tierhaltern des Biokreis sprechen eine andere Sprache – und ebenso die Erfahrungen von Biokreis-Berater und Landwirt Peter Paulus. Er ist seit einigen Jahren freiberuflich als Berater für Tiergesundheit und alternative Heilmethoden bei landwirtschaftlichen Nutztieren in Bayern, Baden-Württemberg und Südtirol tätig und schildert hier die Probleme, mit denen Landwirte nach der erfolgten Impfung ihrer Tiere massiv zu kämpfen haben.

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass Impfstoffe hochtoxische Komponenten beinhalten, und dass von den verschiedenen, gegen die Blauzungenkrankheit verwendeten Impfstoffen bisher noch kein einziger abschließend auf Unbedenklichkeit geprüft wurde. Von Amts her werden Auffälligkeiten oder Erkrankungen bei den Tieren nach der Impfung neuerdings nur dann als Impfschäden anerkannt, wenn sie innerhalb von 24 Stunden nach der Injektion auftreten. Meiner Erfahrung nach führt dieser Umstand dazu, dass viele aufgetretene Schäden erst gar nicht gemeldet werden. Die Impfbefürworter bestreiten daher, dass es bisher zu Unverträglichkeiten in bedeutendem Maße gekommen wäre. Auf den ca. 30 Veranstaltungen, bei denen ich im Winterhalbjahr 2008/2009 als Referent tätig war, berichteten jedoch von den rund 600 teilnehmenden Landwirten aus dem ökologischen wie auch konventionellen Bereich sehr viele von beobachteten Auffälligkeiten und Schäden. Ihrer Meinung und Erfahrung nach können diese nur von der Impfung herrühren. An der Umfrage des Biokreis beteiligten sich 174 Betriebe, von denen 15% von Problemen nach der Impfung berichten.

Verwerfungen und erhöhte Zellzahlen
Die Probleme traten in der Regel nach ca. einer Woche auf. Je nach Impfstoffhersteller und  Impfstoffcharge wurden in der Häufigkeit von Impfschäden große Unterschiede beobachtet. 
Bereits kurz nach Beginn der Impfkampagne im Frühsommer 2008 wurden in vielen Betrieben enorm erhöhte Zellzahlen registriert, auch in Betrieben die bislang eine hervorragende Eutergesundheit aufzuweisen hatten. Daneben traten besonders im Komplex Fruchtbarkeit massive Schäden auf. Verwerfensfälle waren häufig am 9. und 10 Tag nach der Impfung. Die betroffenen Tiere hatten zudem häufig Nachgeburtsverhalten und entsprechend in der Folge Gebärmutterentzündungen und sie sind schwer wieder trächtig zu bringen.

Im Sommer und Frühherbst waren für diese Jahreszeit ganz untypische Lungenerkrankungen bei Kühen häufig, die Tiere litten häufig unter so großer Atemnot, dass der Weidegang eingestellt werden musste. Ferner waren viele Kühe in mittleren Trächtigkeitsstadien (3.-5. Monat) festliegend, wobei die üblichen Calciuminfusionen wirkungslos blieben und die Tiere oft verendet sind. Bei hochträchtig geimpften Kühen waren die Kälber oft lebensschwach, in vielen Beständen kämpft man seit der Impfung mit verlustreichen Durchfällen. Wurden männliche Tiere geimpft, sind diese für viele Wochen oft absolut unfruchtbar, die Kühe rindern alle 21 Tage und werden trotz Bedeckung nicht trächtig – das gleiche gilt für Schaf- und Ziegenböcke.

Rückstände in Fleisch und Milch?
Den unerfreulichen Auswirkungen der Impfung, die mit viel Leid für unser Nutzvieh verbunden ist, steht zudem keine Garantie über eine Nichterkrankung der Tiere gegenüber. Die Genotypen der Krankheit können sich eventuell schneller verändern als die Pharmaindustrie neue Impfstoffe zu entwickeln vermag – die dann wieder eilig und ohne Unbedenklichkeitsprüfung eingesetzt werden müssten. Nicht zuletzt ist außerdem noch nicht bekannt, welche Folgewirkungen die Impfung auf die Lebensmittel Fleisch und Milch hat. Die zwangsweise Impfung liest sich so wie ein Feldversuch nicht nur zur Impfwirkung sondern auch bezüglich Rückständen bei geimpften Tieren.

Aus all diesen Gründen tritt der Biokreis – wie schon seit Beginn der zwangsweisen Impfung – für eine Freiwilligkeit in Sachen Impfung gegen die Blauzungenkrankheit ein.


 


 zurück



























Für Verarbeiter

Wie sehen die Leistungen des Biokreis für Verarbeiter aus?

Neben der Öffentlichkeitsarbeit, von der alle Mitglieder des Biokreis profitieren, sichert der Biokreis für Verarbeiter die Rohstofflieferungen durch die Biokreis-Erzeuger. Darüber hinaus wird eine Beratung zur Produktion biologischer Lebensmittel angeboten und die Verarbeiter bekommen für die Einhaltung der Biokreis-Richtlinien ein Zertifikat. Des Weiteren werden Schulungen für Mitarbeiter zu verschiedenen Themen angeboten.

 

Darf ein Biokreis-Verarbeiter seine Rohstoffe nur bei Biokreis-Erzeugern einkaufen?

Die Biokreis-Richtlinien sehen hier ein Vorgehen nach Prioritäten vor: Sofern Biokreisware in bestimmter Qualität zu marktüblichen Preisen für den Verarbeiter erreichbar ist, ist er gezwungen, Biokreisware einzukaufen. Sollte keine Biokreisware erhältlich sein, kann er auf Rohware von anderen Verbänden mit vergleichbarem Standard zurückgreifen.

 

Hat der Biokreis Verpackungen und Werbemittel, z.B. für Verarbeiter und Direktvermarkter?

Ob Bodenbeutel, Bäckerbeutel, Eierschachteln, Schürzen oder sonstige Werbemittel mit ihrem individuellen Logo oder ihrer Hofadresse - die Unternehmensberatung Kugler & Rosenberger übernimmt zusammen mit dem Biopack-Shop für den Biokreis den Verkauf von Verkaufsmaterialien. Das Layout kann dabei individuell gestaltet werden. Nach der Anmeldung auf der
Seite
sind für Biokreis – Mitglieder alle Produkte mit dem Biokreis Logo sichtbar und können dann – individuell angepasst – bestellt werden.


 zurück




























Für Verbraucher

Wie sehen die Leistungen des Biokreis für Verbraucher aus?

Die Verbraucher sind seit Gründung des Biokreis als Mitglieder dabei und unterstützen mit ihrer Mitgliedschaft die Arbeit des Biokreis. Sie erhalten die Verbandszeitschrift BioNachrichten 6 mal jährlich und haben die Möglichkeit, an den Veranstaltungen (Vorträge, Exkursionen, Stammtische) des Biokreis teilzunehmen.

 

Wie kann ich feststellen, dass ein Produkt von einem Biokreis - Erzeugern stammt?

Biokreis - Produkte sind Sie in Naturkostläden, Bioläden und Hofläden erhältlich. Sie haben das Biokreis-Logo auf ihrem Etikett aufgedruckt.

 

Kann ich auch als Verbraucher an den Biokreis-Exkursionen teilnehmen?

Verbraucher entscheiden als kritische Konsumenten letztendlich, was auf dem Teller landet. Ziel des Biokreis ist es, Wissen zum Ökolandbau zu vermitteln und den Austausch zwischen Landwirten, Verarbeitern und letztlich auch Verbrauchern zu fördern. Dementsprechend freuen wir uns, wenn auch Verbraucher an unseren Exkursionen teilnehmen. Neben fachlichen Informationen und den direkten Kontakten zu den Landwirten, stehen immer auch kulturelle und kulinarische Höhepunkte auf dem Programm. 


 zurück




























Für Gastronomen

Kann ich als Gastronom Biokreis-Mitglied werden?

Ja. Der Betrieb muss einen Vertrag mit einer unabhängigen Kontrollstelle abschließen - und einen Biokreis-Hotel/Gastronomenvertrag eingehen. Wir erarbeiten ein individuelles Konzept für eine Belieferung mit Ökolebensmitteln. Dann hat der Betrieb 5 Jahre Zeit, um die Biokreis - Richtlinien in Gänze umzusetzen. 

 

Wie sehen die Leistungen des Biokreis für Gastronomen aus?

Neben der Öffentlichkeitsarbeit, von der alle Mitglieder des Biokreis profitieren, unterstützt der Biokreis Gastronomen bei der Lieferantenauswahl und erstellt zusammen mit dem Unternehmen ein Belieferungskonzept. Außerdem werden Schulungen für das Personal angeboten. 
 
zurück




























Zertifizierung des Biokreis

Wie funktioniert die Zertifizierung über den Biokreis?

Bio-Betriebe werden mindestens einmal jährlich von einer staatlich anerkannten Kontrollstelle auf die Einhaltung der EU-Bio-VO kontrolliert. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist daher ein gültiger Kontrollvertrag mit einer Kontrollstelle. Landwirte und Verarbeiter, die zusätzlich nach den Richtlinien des Biokreis wirtschaften, werden in diesen Kontrollen auch auf die Einhaltung der Biokreis-Richtlinien kontrolliert. Die Ergebnisse dieser Inspektion werden durch die Kontrollstellen an den Biokreis mitgeteilt. Der Biokreis wertet diese Ergebnisse aus und die Anerkennungskommission (AKK) entscheidet über die Vergabe der Biokreis-Anerkennungsbescheide. Die AKK ist mit Biokreis-Landwirten, Verbrauchern und staatlichen Öko-Beratern besetzt und trifft sich an mindestens drei festen Terminen am Ende des Jahres.

 

Wer entscheidet, ob die Landwirte und Verarbeiter den Anerkennungsbescheid des Biokreis bekommen?

Die Anerkennungskommission des Biokreis (AKK) entscheidet über die Vergabe der Biokreis-Anerkennungsbescheide. Die AKK ist mit Biokreis-Landwirten, Verbrauchern und staatlichen Öko-Beratern besetzt und trifft sich an mindestens drei festen Terminen am Ende des Jahres. Verwaltet wird die Anerkennung in der Geschäftsstelle in Passau, die in dringenden Fällen die AKK auch während des Jahres einberuft. In ihren Sitzungen berät die AKK speziell die Fälle der Betriebe, die die Biokreis-Richtlinien nicht eingehalten haben. Sie stellt bei harmloseren Unzulänglichkeiten Hinweise an die Betriebe aus, verlangt bei gravierenderen Fällen Verpflichtungserklärungen von den Mitgliedern oder erhebt eine Sanktion bei groben Mängeln. In gewissen Fällen kann die AKK dem Vorstand des Biokreis auch die Kündigung eines Mitglieds empfehlen. In der Regel werden die Richtlinien durch die Mitglieder gewissenhaft eingehalten, sodass nur selten Sanktionen ausgesprochen werden müssen. Die Maßnahmen der AKK sind jedoch notwendig, um die Qualität des Biokreis-Siegels zu garantieren. Denn schließlich leisten die Landwirte und Verarbeiter mit der Einhaltung der Biokreis-Richtlinien einen großen Beitrag zum Wohle der Tiere und zum Schutz der Umwelt.

 

Wie werden Biokreis-Betriebe kontrolliert?

Die Einhaltung der Biokreis-Richtlinien wird während der mindestens einmal jährlich stattfindenden Kontrolle durch die staatlich anerkannten Kontrollstellen überprüft. Der Kontrolleur hat dafür einen Kontrollbogen und die Richtlinien des Biokreis erhalten.


Welche Kontrollstellen gibt es in Deutschland?

Voraussetzung für die Biokreis-Mitgliedschaft ist jedoch in jedem Fall ein gültiger Kontrollvertrag. Mitgliedern des Biokreis stehen alle Kontrollstellen offen, die staatlich anerkannt sind.


 zurück


























Interessenvertretung seitens des Biokreis

Wie sieht die Lobbyarbeit des Biokreis aus? 

Der Biokreis leistet einen erheblichen finanziellen Beitrag an IFOAM sowie an die IFOAM EU-Group. IFOAM - Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen - ist ein weltweiter Dachverband der Biobranche und arbeitet als Lobbyist auf EU-Ebene. Des Weiteren ist der Biokreis Mitglied im BÖLW – dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft - und unterstützt die Arbeit dieses Bundesverbandes finanziell und mit fachlicher Zuarbeit. Außerdem ist der Biokreis Mitglied in allen relevanten Ländervertretungen: in Bayern (LVÖ), in Hessen (VÖL) und in NRW. Weitere zahlreiche Initiativen gegen Gentechnik werden durch den Biokreis unterstützt und Veranstaltungen im Kampf gegen die Gentechnik organisiert.

 

Wie engagiert sich der Biokreis gegen die Grüne Gentechnik?

Der Biokreis hat als Mitveranstalter in den Jahren 2007 und 2008 im Sommer regelmäßig Demos in Niederbayern organisiert - direkt in dem Ort, in dem Genmais angebaut wurde. Mit dem Ergebnis, dass 2009 dort kein Genmais mehr angebaut wird! Aktuell unterstützen wir mehrere Initiativen, die sich gegen die Gentechnik engagieren: z.B. den Informationsdienst Gentechnik, Campact, Aktion Bantam Mais usw. Für Biokreis-Landwirte haben wir Gentechnik-Feldschilder entworfen, die in der Geschäftsstelle Passau angefordert werden können.   


 zurück




























Für Studenten und Lehrlinge

Ich suche eine Praktikumsstelle / einen Ausbildungsplatz auf einem Bio-Bauernhof, kann mir der Biokreis helfen?

Gerne versuchen wir, hierbei zu vermitteln. Allerdings können wir aus Datenschutzgründen keine Adressen unserer Mitglieder ausgeben. Wir haben jedoch eine Liste mit Mitgliedsbetrieben, die Praktikanten oder Auszubildende aufnehmen. Diese Liste kann unter
info@biokreis.de nachgefragt werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, ein Gesuch in unserer Verbandszeitschrift BioNachrichten aufzugeben. Die Zeitung erscheint alle 2 Monate und hat eine Auflage von 3.000 Stück. Darüber hinaus können wir ein Gesuch in die Internet-Warenbörse aufgeben.

 

Kann mir der Biokreis bei meiner Schul- oder Studienarbeit helfen?

Gerne helfen wir bei Schul- oder Universitätsarbeiten, sofern uns dies möglich ist. Anfragen können an
info@biokreis.de gestellt werden. Diese sollten jedoch konkret sein und rechtzeitig erfolgen, da wir sie in der Regel nicht sofort beantworten können. Wir helfen dabei, wichtige Links im Internet zu finden, Kontakte herzustellen oder Interviewpartner zu finden.


 zurück




























regional & fair

 

Was bedeutet für den Biokreis „regional“?

„Regional“ definiert sich laut den Richtlinien von „regional & fair“ durch die Zusammenarbeit von Landwirten und Verarbeitern nach ökologischen Gesichtspunkten in überschaubaren Regionen (im Umkreis von 200 km) durch die Schaffung von Netzwerken und stabilen Partnerschaften zwischen allen Beteiligten.

Was bedeutet für den Biokreis „fair“?

In den Verarbeitungsbetrieben spielen faire Preise eine große Rolle zwischen Verarbeiter und Landwirt aber auch umgekehrt. Außerdem zählen Verlässlichkeit und Rohstoffsicherheit zwischen den Partnern, aber auch Verbindlichkeit bei den Liefermodalitäten und der Bewertung der Qualität der Produkte dazu. Darüber hinaus geht es aber auch um Arbeitsbedingungen und Lebensbedingungen bei Lohnarbeitern und Saisonarbeitskräften -  z.B. Gurkenflieger, polnische Leiharbeiter, die zu einem Hungerlohn die gesamte Erntezeit in Containern hausen, gibt es bei „regional & fair“-zertifizierten Unternehmen nicht.

 

Warum gibt es in Deutschland ein Siegel „regional & fair“?

Als fair erzeugte und gehandelte Lebensmittel sind bislang häufig nur Produkte aus Entwicklungsländern wie Kaffee, Tee und Bananen bekannt. Dank verschiedener Initiativen erhalten Erzeuger dort faire, kostendeckende Preise, die auch die Existenz der Familien sichern und Möglichkeiten für neue Investitionen schaffen.
Natürlich können die Umstände in den Entwicklungsländern nicht mit der Situation in Deutschland verglichen werden. Doch auch hierzulande wird aufgrund aktueller politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen die Situation – trotz momentan positiver Aussichten auf dem Biomarkt – für Erzeuger und Verarbeiter ökologischer Produkte schwieriger. Kürzungen staatlicher Zuwendungen, die fortschreitende Globalisierung und  Preisdumping sind nur einige der Probleme, denen heimische Produzenten gegenüber stehen.
Die Verunsicherung der Verbraucher ist eine weitere Konsequenz, da Begriffe wie „kontrolliert erzeugt“ und „aus der Region“ häufig ohne nachvollziehbaren Hintergrund angepriesen werden. Dabei sind neben regionaler bzw. ökologischer Erzeugung und handwerklicher Verarbeitung auch Herkunftssicherheit und Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln zentrale Aspekte bei der Kaufentscheidung.
Im Rahmen des Projektes „regional & fair“ hat sich 2007 der Biokreis e. V. in Kooperation mit region aktiv Chiemgau-Inn-Salzach die Kommunikation der Begriffe Regionalität und Fairness auf Basis fester, seriöser Standards zur Aufgabe gemacht. Mittlerweile ist das Projekt ausgelaufen, doch das Siegel mit seinen Standards ist ein fester Bestandteil des Biokreis geworden, der Unternehmen aufgrund dieser Standards zertifiziert.
 Homepage "regional & fair"

 

Welche Standards müssen von den Unternehmen eingehalten werden, damit Sie das Siegel „regional & fair“ benützen dürfen?

Basis für die Erzeugung der Rohstoffe und deren weitere Verarbeitung zu hochwertigen Lebensmitteln sind die EG Öko-Verordnungen sowie die jeweils gültigen Richtlinien anerkannter Ökoverbände (Biokreis, Bioland, Naturland, Demeter). Des Weiteren müssen die landwirtschaftlichen Rohstoffe aus der Region bezogen werden (Umkreis 200 km um die Produktionsstätte). Die Dokumentation der Rohstoffherkünfte erfolgt im Rahmen der Buchführungspflicht sowie der regelmäßigen Kontrollen durch staatlich anerkannte Öko-Kontrollstellen. Die Marktbeteiligten schließen Lieferverträge ab. Darin enthalten sind Qualitätsanforderungen an die jeweiligen Rohstoffe, Mengen- und Preisvereinbarungen. Planungssicherheit ist ein wesentlicher Aspekt fairer Partnerschaften. Die Auszahlungspreise orientieren sich in jedem Fall an den Erzeugerkosten der für die Region (z. B. Bundesland Bayern) typischen Produktionsverfahren. Faire Preise stellen die Existenzgrundlage bäuerlicher Familienbetriebe dar und sichern den Spielraum für zukünftige Investitionen. Preisverhandlungen werden daher gemeinsam mit den jeweiligen Mitgliedsbetrieben geführt - unter Einbeziehung der Marktsituation.
Die Erzeugung sowie Vermarktung von „regional & fair“ erzeugten Lebensmitteln in der Region sind von  besonderer Priorität. Dies kann umgesetzt werden durch z. B. Regionalregale, Vertrieb über den Naturkostfachhandel und eigene Verkaufsstellen. Durch Verzicht auf Massenproduktion und -tierhaltung werden bäuerliche Landwirtschaft und handwerkliche Tradition unterstützt. Daneben stehen sozialverträgliche Kriterien bei der Besetzung von Ausbildungs- und  Arbeitsplätzen im Vordergrund (z. B. Sozialversicherungen, keine Niedriglöhne).
  Richtlinien für „regional & fair“



 
Wurde Ihre Frage nicht beantwortet? Nehmen Sie
Kontakt mit uns auf!
   



zurück