Mobile Hühnerställe: Länderspezifische Genehmigungsverfahren

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Ein Überblick über die Regelungen in den Landesbauordnungen für alle, die mobile Ställe für die Geflügelhaltung anschaffen wollen. Dazu wichtige Hinweise, da die „Genehmigungsfreiheit“ zusätzliche Anforderungen mit sich bringt.

Von Peter Schmidt | Der Autor ist Biokreis-Landwirt in Gummersbach, NRW.

 

Das System der mobilen Hühnerhaltung passt hervorragend zur Öko-Landwirtschaft: Ställe, die übers Land gezogen werden, verringern den Nährstoff-Eintrag in den Boden. Allerdings: Wer einen mobilen Hühnerstall aufstellen will, landete bis vor einigen Wochen und Monaten oft bei eher überforderten Mitarbeitern der Bauämter.

 

Das hat sich mittlerweile etwas gebessert. Viele Landesbauordnungen wurden aktualisiert. Dabei wurden oftmals auch die Regelungen für das Aufstellen der fahrbaren Hühnerheime geklärt. Allerdings gibt es immer noch keine bundesweit einheitliche Regelung. Jedes Bundesland hat sich seine eigenen Regelungen ausgedacht. Hier ein Überblick über die länderspezifischen Grundregeln.

 

Danach können die Landwirte in sechs von 16 Bundesländern unter bestimmten Voraussetzungen auf eine Genehmigung verzichten (siehe Tabelle). Allerdings ist die Baugenehmigungsfreiheit in fünf Fällen an Größenvorgaben gebunden und in drei Fällen an Vorgaben zur Häufigkeit des Versetzens. Übrigens: Die Stadtstaaten Bremen und Hamburg konnten bei unserer Umfrage noch nicht einmal mitteilen, ob es einer Baugenehmigung bedarf oder nicht…

Die Fallstricke:
 
  1. Eine Genehmigungsfreiheit bedeutet nicht die absolute Handlungsfreiheit. Es sind grundsätzlich alle baugenehmigungsrelevanten Vorgaben einzuhalten – also Abstandsregelungen zur Wohnbebauung, Abstandsregelungen zu Straßen und Emissionsvorgaben. Eventuell bleibt ein Emissionsgutachten notwendig, das gute Stallhersteller anbieten und das vorhanden sein sollte. Wer gründlich ist, sollte sich über die restlichen zu berücksichtigenden Vorgaben Informationen bei der unteren Baubehörde (Kommune oder Landkreis) einholen.
  2. Drei Bundesländer verlangen einen regelmäßigen Standortwechsel. Der Abstand liegt zwischen vier Wochen (NRW) und drei Monaten (Bayern). Diese Vorgabe klingt erreichbar. Doch Vorsicht: Viele Landwirte mit mobiler Hühnerhaltung haben sich einen festen Winterstellplatz gebaut, auf dem sie auch bei feuchtem Matschwetter oder Frost die Versorgung gut sicherstellen können. Das ist an sich eine gute Idee. Aber dadurch werden diese fahrbaren Stallanlagen eben nicht so regelmäßig wie gefordert versetzt. Und schon ist es vorbei mit der Genehmigungsfreiheit. Wer den regelmäßigen Standortwechsel nicht sicherstellen kann, muss in Bayern, Hessen und NRW doch einen Bauantrag stellen und diesen genehmigt bekommen.
  3. Erweiterungen sind bei Genehmigungsfreiheit nur begrenzt möglich, denn es werden in fünf von sechs Fällen entweder Tierobergrenzen gefordert oder Stallmaße begrenzt. Einen genehmigungsfreien Stall durch einen größeren zu ersetzen, bedeutet dann auch, dass hier eine Baugenehmigung fällig wird. Erlaubt ist es dagegen, mehrere genehmigungsfreie kleinere Ställe zu nutzen.
 
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