Engerlinge erkennen und bekämpfen

Grünlandschäden durch Engerlinge

Engerlinge von Mai- und Junikäfern führen zu extremen Schäden. Was kann man gegen so eine Plage machen?

Von Sepp Forstner | Der Autor ist landwirtschaftlicher Berater beim Biokreis in Oberbayern. 

 

Als Engerling werden Käferlarven der Überfamilie Blatthornkäfer (Scarabaeoidea ) bezeichnet. Dazu gehören als bekannteste Arten nicht nur die Mai- und Junikäfer, sondern auch die Gartenlaubkäfer, Rosenkäfer und Nashornkäfer.

 

Wer von einer Engerling-Plage betroffen ist, sollte deshalb zuerst einmal feststellen, um welche Art von Engerlingen es sich handelt. Das ist wichtig, da einige von ihnen als Nützlinge gelten und in der Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützte Arten hinterlegt sind. 

 

Die Unterscheidung der Mai- und Junikäferlarven von der Rosenkäferlarve oder der Larve des Nashornkäfers ist eigentlich ganz einfach. Die schädlichen Mai- und Junikäferlarven sind vorne und hinten gleich groß, dick und werden circa fünf bis sieben Zentimeter groß. Diese Larven findet man meistens in Wiesen oder Wäldern, da sie sich zuerst von Humus, später von Krautwurzeln und am Schluss sogar von Baumwurzeln ernähren. Die Rosenkäfer beziehungsweise die Nashornkäferlarven findet man hingegen im Kompost, denn sie fressen kleine Holzteile und dienen somit der schnelleren Zersetzung des Komposts.

Mechanische Bekämpfung

Der Erfolg liegt in der Abtötung durch die Schlag- und Quetschwirkung der rotierenden Werkzeuge und durch die UV-Strahlen der Sonneneinstrahlung. Bearbeitet werden kann etwa mit Fräse, Zinkenrotor oder Kreiselegge. Der Boden sollte immer zweimal im Abstand von einem bis drei Tagen bearbeitet werden. Hierbei kann man eine Kalkung miteinbringen, denn auch diese wirkt mechanisch auf die Larven. Bei der zweiten Bearbeitung kann die Deckfrucht kombiniert angebaut werden. Unmittelbar danach wird eine geeignete Dauergrünlandmischung oberflächlich angebaut. Als Deckfrucht sollte eine schnellwüchsige, schnittverträgliche Frucht mit guter Strukturwirkung verwendet werden, wie zum Beispiel Hafer oder Grünschnittroggen.

Ansaat

Für die Ansaat sollte Qualitätssaatgut verwendet werden. Es sollte ausschließlich eine ampferfreie Qualitätsmischung in einer Menge von 30 bis 40 Kilogramm pro Hektar verwendet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass hier eine breite elastische Dauerwiese gesät wird. Natürlich sollte bei einer Neuansaat immer standort- und verwertungsgebunden gesät werden. So ist es wichtig, an Rändern andere, kälteunempfindliche Saaten zu verrichten. Am besten eignet sich für eine solche Saat eine Grünlanddurchsämaschine. Als letzter Arbeitsgang sollte die Wiese angewalzt werden.

Grünlandbewirtschaftung

Die Grundregeln in der Bewirtschaftung sind unbedingt einzuhalten, da dichte und gräserreiche Leguminosen und kräuterreiche Pflanzenbestände helfen, besser mit dem Engerling zu leben. Grundregeln sind unter anderem eine regelmäßige Erhaltungskalkung, eine angemessene Phosphor- und Stickstoffversorgung, ein optimales Güllemanagement, eine Schnitthöhe von sechs bis sieben Zentimetern, eine periodische Nachsaat und eine regelmäßige Bodenuntersuchung. Auch ist es sehr sinnvoll, im Anschluss mit einem Bodenbelüfter den Boden in regelmäßigen Abständen mechanisch zu bearbeiten.

 

Quellenangabe: Wikipedia, Österreichisches Bauernblatt

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