Biokreis-Betrieb erhält Top-Zuschlag in Meschede

Teuerster Fleckvieh-Fleisch-Bulle 2020: „Lehmann PP“ aus dem Biokreis-Betrieb Hartmut Scholl, Erndtebrück. | Bild: Jörn Bender

Bei der FHB-Auktion stationsgeprüfter Fleischrinderbullen zum Jahresauftakt erzielten die Tiere trotz gedämpfter Grundstimmung ordentliche Preise.
Von Jörn Bender | Der Autor ist landwirtschaftlicher Berater beim Biokreis in NRW und Niedersachsen.


Blauzungenrestriktionen, Futtermangel und mäßige konventionelle Rindfleischpreise drückten im Jahresverlauf 2019 die Stimmung in der Mutterkuhhaltung. Auch die Auktionsveranstaltung zum Jahresauftakt im westfälischen Meschede konnte sich nicht recht von dieser Grundstimmung abheben; der Durchschnittspreis der 55 verkauften Zuchttiere belief sich auf rund 3.250 Euro und verfehlte damit das sehr gute Vorjahresergebnis um etwa 250 Euro. Dennoch sorgte die etablierte Veranstaltung für halbwegs stabile Preise in wechselhaften Zeiten.

Grund zur Freude hatten die Blonde d´Aquitaine-Züchter mit sechs aufgetriebenen Tieren. Der gegenüber 2019 fast unveränderte Preis von knapp 4.000 Euro war das Ergebnis guter Zuchtarbeit und zum Teil auch Verdienst des Topsellers „BU Rune“ aus dem Betrieb Steinsträter. Er wurde mit 9/8/7 (Typ/Bemuskelung/Skelett) eingestuft und für 6.500 Euro als zweitteuerster Vererber der Auktion zugeschlagen.

Der zweite, kleinere Rasseblock der Fleckvieh-Fleisch-Züchter, der ebenfalls mit sechs Tieren antrat, hatte keinen guten Tag in Meschede. Hier fehlte es 2020 an einem Ausnahmetier, sodass ein Durchschnittspreis von 2.500 Euro erreicht wurde. Das waren zwar ganze 700 Euro weniger als im Vorjahr, allerdings lag man etwa auf dem langjährigen Preisniveau der Rasse. Teuerster Fleckviehbulle war mit 2.800 Euro erfreulicherweise „Lehmann PP“ aus dem Biokreis-Betrieb Hartmut Scholl. Der dreimal 8 gekörte Stier, der über einen dänischen Vater gezogen wurde, überzeugte durch eine hohe Rückenmuskelfläche sowie eine tägliche Zunahme von 1.650 Gramm im Prüfungszeitraum.

Der mittlere Erlös beim Rasseblock Charolais betrug knapp 3.200 Euro. Der teuerste Charolais „Sepp PP“ ging für 6.200 Euro an die Besamungsstation Göpel. Er konnte eine überragende Prüfungszunahme von über 1.800 Gramm aufweisen. Durchaus zufrieden dürfte der Biokreis-Betrieb Jörgens GbR mit dem Verkauf von „JZ George Pp“ gewesen sein. Der für 3.000 Euro zugeschlagene Bulle war dreimal 8 gekört und mit einer konstanten Zunahme von mehr als 1.500 Gramm vor und während der Prüfung „stramm durchmarschiert“. Auch der Mitgliedsbetrieb Imöhl GbR aus Medebach bot mit „D Artos Pp“ erfolgreich einen Zuchtbullen an, der in der Prüfung 1.600 Gramm Tageszunahme vorweisen konnte.

Die Rasse Limousin stand 2020 unter Druck. Mit gut 3.250 Euro konnte sich der Preis der verkauften Tiere leicht oberhalb der Charolais halten, stellte für die Limousin aber das schlechteste Ergebnis der letzten fünf Jahre dar. Immerhin fünf Bullen konnten die Messlatte von 4.000 Euro knacken. Dabei setzte sich „CN Ascan“ gleich zu Beginn der Auktion mit 6.600 Euro deutlich an die Preisspitze und wurde teuerstes Tier der gesamten Auktion. Der Topbulle mit einer Lebendtagszunahme von über 1.600 Gramm wechselt in den neuen Zuchtstall des Biokreis-Betriebes Ernst Hackler aus Bad Laasphe – herzlichen Glückwunsch dazu! Ernst Hackler selbst konnte mit dem ebenfalls über einen Cord Niemeier-Vererber gezogenen „Rasco PP“ einen Limousinbullen mit hohem RZF von 108 in Meschede absetzen.   

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