Das versteckte Wasser: Wie viel brauchen wir wirklich?

Von ihrem CO2-Fußabdruck haben die meisten schon gehört. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem „Wasserfußabdruck“?
Von Franziska Heinrich | Die Autorin studiert Landwirtschaft in Weihenstephan-Triesdorf und war im Oktober als Praktikantin beim Biokreis tätig.

Täglich verbrauchen wir viele Liter Wasser, zum Beispiel zum Duschen oder Kochen. In Deutschland sind das durchschnittlich 178 Liter Wasser pro Tag und Person. Das klingt viel?

Leider ist das nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Denn zu unserem Wasserfußabdruck zählt nicht nur die Menge an Wasser, die wir im Alltag aktiv verbrauchen. Um konsequent zu sein, müssen wir auch einen Blick auf die Produkte werfen, die wir kaufen. Schließlich brauchen auch diese in der Herstellung Wasser, auch „virtuelles Wasser“ genannt.  

Dabei geht es nicht nur um Lebensmittel. Auch die Produktion von Kleidung etwa verschlingt tausende Liter des kostbaren Guts. Der Wasserfußabdruck jedes Deutschen wird so um rund 3.900 Liter pro Tag erhöht. Nur etwa 121 Liter davon fließen in den direkten Trinkwasserverbrauch.

Grün, Blau, Grau

Natürlich lässt sich der Verbrauch von virtuellem Wasser nicht komplett vermeiden. Wir alle brauchen die verschiedenen Produkte in unserem Alltag. Aber es gibt verschiedene Abstufungen von virtuellem Wasser, auf die wir achten können.

Entscheidend ist dabei immer, wo und wie die Herstellung stattfindet. Eine biologisch angebaute Tomate aus Deutschland hat einen größeren Anteil an grünem Wasser als eine konventionell angebaute Tomate aus Spanien. Der Anteil an blauem und grauem Wasser ist bei der spanischen Tomate höher, weil mehr künstliche Bewässerung und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
Wer seinen Wasserfußabdruck also verringern möchte, sollte darauf achten weniger blaues und graues Wasser „einzukaufen“.

Du willst Deinen Wasserfußabdruck verkleinern? – So geht’s!

Saisonal und regional einkaufen

Einen großen Teil des virtuellen Wassers importieren wir durch Produkte wie Tomaten oder Erdbeeren aus Ländern Südeuropas. Jährlich sind das 150.000 Kubikmeter Wasser allein aus Spanien (=150.000.000 Liter). Der Niederschlag ist dort zusätzlich noch so gering, dass ein Großteil durch blaues Wasser, also Grundwasser, ergänzt werden muss. Der Einkauf von regionalen Lebensmitteln der Saison kann unseren Wasserfußabdruck erheblich verringern.  

Gebraucht kaufen

Auch wenn wir beim Thema Wasser nicht sofort an diese Produkte denken, verbrauchen Computer und Kleidung große Mengen davon in der Herstellung. Bei Computern hilft da fast nur gebraucht kaufen. Wer gerne Shoppen geht, könnte zudem den örtlichen Second-Hand-Laden, Flohmärkte oder Kleidertauschbörsen im Internet ausprobieren. Bei Kleidung hilft aber auch der Blick auf das Bio-Siegel. Bei diesen Produkten wird grundsätzlich weniger Wasser verbraucht. Natürlich gilt hier aber immer: Weniger ist mehr!

Bio kaufen
Insgesamt ist der Griff zum Bio-Produkt immer eine gute Entscheidung. Hier wird vor allem der Verbrauch von grauem Wasser verringert. Schließlich gelangen im Bio-Anbau weniger Schadstoffe durch etwa künstliche Dünge- oder Pflanzenschutzmittel ins Wasser. Besonders bei tierischen Produkten ist der Blick auf das Bio-Siegel sinnvoll. Bio-Betriebe kaufen weniger Futter zu und füttern mehr Grünfutter, das normalerweise mit grünem Wasser auskommt. Regionale Bio-Produkte sind natürlich im Vorteil.

Recycling-Papier kaufen
Auch die Herstellung von Papier braucht Wasser. Schon ein Blatt Papier (DinA4) verbraucht rund 10 Liter Wasser. Der Kauf von Recycling-Papier reduziert den Verbrauch auf ein Zehntel davon. Hier braucht ein Blatt in der Herstellung nur etwa 100 Milliliter.

Verschwendung verhindern
Wie bei allem gilt auch beim Wasserverbrauch: Verschwendung vermeiden! Mit jedem Lebensmittel, das wir wegschmeißen, landet auch das dafür benötigte Wasser im Müll.

Image

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.