Biokreis-Exkursion zum Hof von Irmi und Franz Kinker

Image

Für Ferienhöfe und Direktvermarktende wird ein gelungener Online-Auftritt immer wichtiger. Welche Online-Kanäle man effizient zur Image-Pflege und Werbung nutzen kann, war Thema bei der Exkursion zum Biokreis-Bergbauernhof Kinker im Ostallgäu. Bei schönem Herbstwetter nutzten zehn Teilnehmer*innen aus ganz Bayern die Gelegenheit, um sich mit Franz Kinker, Landwirt, Blogger und Buchautor, sowie Marketingexpertin Carolin Nuscheler von der Werbeagentur Resi über Öffentlichkeitsarbeit weiterzubilden.
Sein Beruf als Landwirt sei eine seiner besten Entscheidungen, sagte Franz Kinker bei der Begrüßung strahlend. Die Öffentlichkeitsarbeit ist ihm ein großes Anliegen. Zusammen mit seiner Frau Irmi bewirtschaftet er einen Milchviehbetrieb mit 30 Milchkühen, Grünland und Wald. Außerdem bietet der Hof fünf Ferienwohnungen an. Gerade der einzigartige Blick auf Neuschwanstein mit dem Forggensee ist ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem der Betrieb punkten kann.

Landwirtschaft zeigen wie sie ist

Neben dem Panorama und der offenen und freundlichen Art von Irmi und Franz Kinker ist nicht zuletzt Onlinemarketing Voraussetzung für sie, um Gäste zu gewinnen. Mit welchen Kanälen man als Gastwirt seine Zielgruppe erreichen kann, erklärte uns unterhaltsam Carolin Nuscheler. Mit Facebook erreiche man die Altersgruppe 35 + und könne besonders gut informieren. Wie in eine Tageszeitung gehören Öffnungszeiten oder aktuelle Infos immer auf Facebook, betonte die Marketingexpertin. Mit Instagram hingegen könne man durch Bilder Sehnsucht wecken und die Kundschaft an den Küchentisch holen. Franz Kinker bedient beides. Richtige Bilder entstehen für ihn aus dem Moment heraus. Dafür legt er Wert auf ein hochwertiges Handy mit einer guten Kamera. Denn sein Handy ist in der Tasche immer griffbereit und die Bilder sind schnell gepostet.
Um Sachverhalte zu erklären, Meinungen zu verbreiten, oder einfach nur mal ein technisches Video ins Netz zu stellen, dafür eigne sich YouTube. Man glaube gar nicht, wie viele Menschen sich für Themen aus der Landwirtschaft interessieren, ist sich Franz Kinker sicher. Der Landwirt und Blogger hat einen eigenen Kanal mit unterschiedlichen Themen. Er ist überzeugt, dass es eine ganz wichtige Aufgabe ist, hier präsent zu sein und Landwirtschaft so darzustellen, wie sie tatsächlich ist.

Gäste helfen mit

Weil das Internet den Besuch auf einem Milchviehbetrieb nicht ersetzen kann, binden Franz und Irmi Kinker alle Hofgäste aktiv ein. Das wurde auch schnell während unserer Hofführung klar, als Exkursionsteilnehmerin Lucie Wölfle auf die Einladung, das Grünland zu besichtigten, fragte: „Was sollen wir auf der Wiese tun, Franz?“ Auch Feriengäste können die Milchviehhaltung hautnah erleben und mithelfen. Beispielsweise übernehmen Stammgäste spontan das Tränken der Kälber, füttern die Kühe und versorgen die Kleintiere. Damit erhalten sie einen Einblick in die Tätigkeit von Landwirt*innen und entwickeln ein tiefgreifenderes Verständnis und eine Wertschätzung für die tägliche Arbeit auf dem Betrieb. Dass dieser Ansatz funktioniert, hat Franz Kinker selbst erlebt. Als er zufällig beim Einkaufen einen Feriengast getroffen hatte, machte dessen Sohn eine weitere Kundin darauf aufmerksam, sie solle doch lieber Produkte der Molkerei Andechser kaufen, denn dort liefere der Bauer Franz die Milch seiner Kühe hin. Und siehe da: Die Dame griff zu diesem Produkt.
Doch Franz Kinker klärt mit seinen Tieren nicht nur Verbraucher*innen auf, sondern verdient mit ihnen auch noch auf andere Weise Geld. Der neueste Trend auf seinem Hof ist Kälberkuscheln für gestresste Manager*innen, wofür er pro Kuscheln 30 Euro verlangt.
Wunderbar verpflegt mit Bio-Essen von „Landfrauenküche“-Köchin Irmi Kinker, ging um 15.30 Uhr der Tag bei den Kinkers zu Ende. Herzlichen Dank dafür!

Von Bernadette Albrecht und Franz Kinker