Ökolandbau gerecht gestalten, auch für kommende Generationen

Image

Seit seiner Gründung im Jahr 1979 legt der ökologische Anbauverband Biokreis e.V. Wert auf regionale Wirtschaftskreisläufe, die faire Partnerschaften zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel fördern. Deshalb rief der Bio-Verband 2007 eine regional & fair-Zertifizierung mit eigenen Richtlinien ins Leben. Deren Richtlinien wurden nun umfassend überarbeitet.

Die regional & fair-Zertifizierung ist ein freiwilliger Standard, den Mitglieder im Biokreis zusätzlich zu den Biokreis-Richtlinien erfüllen können. Er steht Unternehmen aus Gastronomie, Verarbeitung und Handel sowie Imkereien und direktvermarktenden landwirtschaftlichen Betrieben offen. Sie können nach erfolgreich durchlaufener Zertifizierung ihre Produkte als regional & fair ausloben und damit ihr überdurchschnittliches Engagement an ihre Kundschaft kommunizieren. 

Biokreis-Geschäftsführer Josef Brunnbauer: „Als Landwirt weiß ich um den Stellenwert fairer Partnerschaften und die Wertschätzung unserer Heimat. Sie sind Grundlage für eine nachhaltige Existenz bäuerlicher Familienbetriebe. Deshalb gilt es, diese Werte sichtbar zu machen: Ökologie und ein faires Miteinander in der Verantwortung für die Region und für die Menschen, die hier leben.“

Fairness auch gegenüber zukünftigen Generationen

Um die Voraussetzungen für die regional & fair-Zertifizierung des Biokreis zu erfüllen, müssen die Unternehmen nachweisen, dass sie ihrer sozialen Verantwortung in besonderer Weise gerecht werden. Grundlage zur Bewertung ist ein Punktesystem. Jedes zertifizierte Unternehmen sammelt mit Maßnahmen aus einem in den Richtlinien aufgeführten Katalog individuell Punkte. 

Faire Partnerschaften, soziale Verantwortung und der gerechte Umgang mit zukünftigen Generationen stehen im Mittelpunkt der Maßnahmen. Letzter Aspekt ist ein neuer Bestandteil der Richtlinien. Josef Brunnbauer dazu: „In Zeiten der an Wucht zunehmenden Klimakrise müssen wir unsere Verantwortung auch in die Zukunft denken. Wir sind es kommenden Generationen schuldig, unsere heutige Lebensweise enkeltauglich zu gestalten.“ Unternehmen, die sich als regional & fair zertifizieren lassen wollen, müssen daher klimaneutrale Produktionsweisen anstreben und die Vielfalt an Nutztierrassen und samenfesten Sorten in der Landwirtschaft fördern. 


“Durch unsere Arbeit schaffen wir neue wirtschaftliche Perspektiven für den Erhalt von familiengeführten Bio-Bauernhöfen in Bayern. Ein fairer Umgang und die gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung innerhalb der Erzeugergemeinschaft ist die Grundlage unserer Zusammenarbeit und zugleich unser Erfolgskonzept.“
Gerlinde Wagner, Biohennen AG


Transparenz ist erklärtes Ziel

Fairness und Regionalität – das sind viel genutzte Schlagworte, die keiner Regelung oder allgemeingültigen Definition unterliegen. Dem setzt der Biokreis klar formulierte Richtlinien entgegen. Um die Voraussetzungen für die regional & fair-Zertifizierung des Biokreis nachvollziehbar für Unternehmen wie für Konsument*innen zu machen, stehen die regional & fair-Richtlinien des Biokreis selbstverständlich auf der Webseite des Biokreis zur Einsicht und zum Download bereit.

Insbesondere beim Begriff der Regionalität ist dem Biokreis eine unmissverständliche und überprüfbare Regelegung oberstes Ziel und Anliegen: Als regional gilt ein Unternehmen dann, wenn es einen festgelegten Anteil der zugelieferten Rohwaren über eine Wegstrecke von nicht mehr als 250 Kilometern bezieht. Der Anteil der regionalen Rohwaren unterscheidet sich je nach Unternehmensform (Direktvermarktung und Imkerei 100 %, Verarbeitung 80 %, Gastronomie 50 %, Handel 35 %). 


“Die Regionalität und der faire Umgang miteinander sind das, was bei BIO am meisten Spaß macht. Man kennt sich, man schätzt sich und man verlässt sich aufeinander. Über die Jahre sind so freundschaftliche Geschäftsbeziehungen entstanden, die wir nicht mehr missen möchten.
Die Wertschöpfung in der Region zu belassen, das gibt uns einfach ein gutes Gefühl und macht uns unabhängig vom Weltmarkt.“
Hans Peter Wagner, Biobäckerei Wagner


Neues Logo für mehr Markenklarheit

Kurze Wege, Marktpartnerschaften, die auf Vertrauen beruhen und die Förderung der regionalen Kulturlandschaften – Verbraucher*innen unterstützen mit dem Kauf von Biokreis regional & fair-zertifizierten Produkten eine verantwortungsvolle ökologische Lebensmittelwirtschaft. Weil die ökologische Erzeugung nach den Richtlinien des Biokreis unabdingbare Voraussetzung für die regional & fair-Zertifizierung ist, wurde das neue regional & fair-Logo mit dem Biokreis-Markenzeichen verbunden. 

Josef Brunnbauer: „Regionalität und Fairness gehören beim Biokreis genauso zusammen wie ökologsicher Landbau und gesunde Ernährung. Das ist eine nachhaltige Verbindung, für die das neu gestaltete Logo künftig Wegweiser auf den Produkten sein wird.“ 


“Ökoring hat sich von Anfang an „Biokreis regional & fair“ zertifizieren lassen. Denn mit Biokreis regional & fair bekommt der in unserer Bio-Bewegung fest verankerte Grundpfeiler der sozialen Gerechtigkeit eine feste Stimme. Das Ziel: Die Wertschöpfung für jedes regionale Produkt soll gerecht verteilt werden. Zum Wohle der Natur, der Tiere und der Menschen.“
Thomas Börkey-Biermann, Ökoring Handels GmbH