Sepp Forstner ist im Vorstand der IG kuhgebundene Kälberaufzucht

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Biokreis-Berater Sepp Forstner wurde in der Online-Gründungsversammlung der Interessengemeinschaft kuhgebundene Kälberaufzucht in den Vorstand gewählt. Die Gründung fand mit mehr 50 Teilnehmer*innen als gemeinnütziger Verein statt.

Ziel der Interessensgemeinschaft ist unter anderem die Förderung praxisnaher Forschung zum Thema kuhgebundene Kälberaufzucht, die Aufklärung von Verbraucher*innen, die Weiterentwicklung der Kriterien sowie die Entwicklung einer freiwilligen Zusatzzertifizierung für Betriebe. Eine Initiative von Biomilch-Betrieben zusammen mit Vertreter*innen aus Forschung, Tierschutz, der Schweißfurth Stiftung und Bio-Verbänden haben zuvor Kriterien zur kuhgebundenen Kälberaufzucht in der Öko-Milchviehhaltung entwickelt. Diese wurden 2021 auf der Biofach vorgestellt.

„Die kuhgebundene Kälberhaltung gewinnt insbesondere in jüngster Zeit an Bedeutung in der Milchviehbranche. Die Zahl der Pionier-Landwirt*innen, die diese artgerechte Form der Aufzucht praktizieren, nimmt zu. Zugleich erlangt diese Thematik auch zunehmend Aufmerksamkeit seitens der Verbraucher*innen“, erklärt Saro Ratter von der Münchener Schweisfurth Stiftung, der den gemeinsamen Entwicklungsprozess moderiert hat. „Mit dieser gemeinsamen Entwicklung der Kriterien schaffen wir nun sowohl für Betriebe als auch für Verbraucher*innen Orientierung und Klarheit. Zugleich zeigen wir einen Weg dafür auf, die in der Praxis zumeist getrennten Produktionsbereiche Milch und Rindfleisch perspektivisch wieder zusammenzuführen“, unterstreicht der Projektmanager Tierwohl der Stiftung.

So sehen die Kriterien beispielsweise vor, dass Kälber mindestens 90 Tage von den eigenen Müttern oder Ammenkühen gesäugt werden müssen und enthalten Regelungen zum schonenden Absetzverfahren. Während der gesamten Säugezeit müssen die Kälber ökologisch aufgezogen werden, auch die männlichen Kälber und die nicht als künftige Milchkühe benötigten weiblichen. Dies kann auf dem eigenen Betrieb geschehen oder aber auf Partnerbetrieben, die auf ökologische Rindermast spezialisiert sind. Höchstens 15 Prozent dürfen an andere ausgewählte Aufzuchtbetriebe abgegeben werden

Wer Interesse hat oder Fördermitglied werden möchte, findet weitere Infos auf der Homepage der Interessengemeinschaft.