Gute Stimmung am Bio-Markt: Bio-Bauern blicken optimistisch auf die Ernte 2021

v.l.n.r.: Franz Strobl (Vorstandsvorsitzender Biokreis Erzeugerring Bayern), Alfred, Philipp und Judith Hausmann vom Biokreis-Betrieb Biohof Hausmann

Dank der großen Nachfrage nach Bio-Produkten konnte der Markt auch die zusätzlichen Mengen der in den letzten Jahren neu umgestellten landwirtschaftlichen Betriebe gut aufnehmen. „Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich der Absatz sehr positiv entwickelt“, freut sich Hubert Heigl, erster Vorsitzender der LVÖ Bayern. Immer mehr Menschen ernähren sich bewusst und wollen mit ihrem Einkauf einen Beitrag zum Schutz von Boden, Klima, Wasser und Artenvielfalt leisten. Für diese Menschen sind Bio-Produkte aus Bayern genau die richtige Wahl. „Die Politik muss nun die Zeichen der Zeit erkennen und beim Ausbau des Ökolandbaus die Handbremse lösen“, fordert Heigl.

Gute Aussichten für Umstellende

Von einer weiterhin positiven Nachfrageentwicklung und damit stabilen bis steigenden Erzeugerpreisen für die meisten Kulturen gehen auch die bayerischen Öko-Vermarktungsorganisationen aus. „Für Umsteller bestehen aktuell und für die kommenden zwei Jahre sehr gute Vermarktungsbedingungen“, prognostiziert Andreas Hopf, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Vermarktungsgesellschaft Bio-Bauern mbH mit Sitz in Pöttmes. „Wir müssen aufpassen, nicht in eine Situation der Knappheit zu geraten, die dazu führen würde, dass wir die steigende Nachfrage nicht mit heimischen Rohstoffen bedienen können“, warnt Hopf.

Vielfalt gewinnt

Besonders interessant ist aus Sicht der Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG mit Sitz in Hohenkammer der Einstieg in die Erzeugung von im Öko-Bereich noch eher selten angebauten Kulturen wie Bio-Raps oder Bio-Sonnenblumen. „Bio-Ölsaaten sind im Moment knapp und teuer und werden auch mittelfristig sehr interessant sein“, erwartet Stefan Schmidt, Vertriebsleiter Druschfrüchte bei der Naturland Marktgesellschaft. Auch Nischen wie die Erzeugung von Drusch- und Blattkräutern haben Potenzial. „Die Bio-Verbände und ihre Beratungs- und Vermarktungsorganisationen bieten interessierten Landwirt*innen das für den Anbau und die Vermarktung solcher Kulturen notwendige Know-How“, erläutert Friedrich Mechler, Ressortleiter Druschfrüchte der Naturland Marktgesellschaft.
Auf Vielfalt setzt auch der Biohof Hausmann (Biokreis) in Ehingen im Landkreis Augsburg und baut neben Getreide, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Ackerbohnen auch Petersilie in Bio-Qualität an.

Kalt-nasses Frühjahr wirkt sich auf die Ernte aus

Das kalte und feuchte Frühjahr hat sich auf den Kulturverlauf und damit die zu erwartende Ernte unterschiedlich ausgewirkt. Während wärmeliebende Kulturen wie Soja oder Lupine eher gelitten haben, lässt das wasserreiche Frühjahr eine ertragreiche Öko-Getreideernte erwarten. Beim Körnermais haben die kalten und nassen Bedingungen im Mai und Juni zu unterdurchschnittlicher Entwicklung der Bestände mit oftmals hoher Verunkrautung geführt, weswegen keine besonders hohe Ernte zu erwarten ist. Der Frühkartoffelanbau in Bayern war geprägt von Kälte, Stürmen und vielen Nachtfrösten. Die gestartete Frühkartoffelernte fällt daher nur durchschnittlich aus. Die späteren Kartoffeln versprechen momentan eine befriedigende Ernte, wobei es große Sortenunterschiede beim Auflaufen, beim Knollenansatz und bei den Auswirkungen der hohen Niederschläge gibt.