Gemeinsam mehr erreichen: Wertschöpfungsketten-Projekt Ost gestartet

Hintere R.v.l.: Felix Wasmuth (Leitung Einkauf Bio Company SE), Timo Tottmann (Mitglied der Geschäftsleitung Terra Naturkost), Thomas Hölscher (Geschäftsführung Naturkost Erfurt), Jan Schürmann (Leitung Einkauf Naturkost Erfurt), Anja Ettner (Projektkoordinatorin). Vordere R.v.l.: Günter Schlotter (Geschäftsführung Biokreis Erzeugerring Mitteldeutschland), Malte Reupert (Geschäftsführung Biomare Leipzig), Jana Werner (Geschäftsführung Biokreis Erzeugerring Nord-Ost), Sepp Brunnbauer (Geschäftsführung Biokreis e.V.)

Regionale Vermarktungswege für Bio-Produkte aufzubauen und weiterzuentwickeln, darum geht es bei den Wertschöpfungskettenprojekten des Biokreis. Im November 2020 war ein erstes in Kooperation mit Naturkost Süd e.V. und basic AG im Süden des Landes gestartet. Nun folgte im August 2021 der Start des zweiten Projekts im Osten Deutschlands. Auch hier geht darum, Wertschöpfungsketten für den Bio-Fachhandel zu entwickeln. Denn gerade in den ostdeutschen Regionen besteht noch viel Ausbaupotenzial und vor allem Ausbaubedarf.

 

Regionale Vermarktungswege für Bio-Produkte zu stärken und den Ökolandbau langfristig und nachhaltig weiterzuentwickeln, das ist nicht nur für den Biokreis ein wesentliches Anliegen, sondern auch für viele Bio-Fachhändler*innen ein wichtiger Auftrag. Gerade im Fachhandel ist der Wunsch nach Produkten groß, die nicht austauschbar und überall zu finden sind. Warum nicht die Kräfte bündeln und gemeinsam mehr erreichen? Dieser Gedanke stand am Anfang des gemeinsamen Projekts.

 

Die nun offiziell gestartete Zusammenarbeit des ökologischen Erzeugerverbands Biokreis e.V. mit dem Naturkost-Großhandel und zwei Bio-Supermarktketten bringt dafür die richtigen Voraussetzungen mit. Der Biokreis ist mit etwa 80 landwirtschaftlichen Betrieben und mehr als 20.000 Hektar Anbaufläche in Ostdeutschland gut aufgestellt. Die 63 Filialen der Bio Company mit Schwerpunkt in Berlin und Biomare mit vier Läden in Leipzig bilden die Nachfrageseite ab; die Großhändler Naturkost Erfurt und Terra Natur bringen die notwendige Logistik in das Projekt. Alle Kooperationspartner sind in der Region vernetzt und bringen viel Erfahrung in das Projekt ein.

 

Die Ansprüche der Verbraucher*innen und das bisherige Wissen der Bio-Landwirtschaft und des Handels unter einen Hut zu bringen ist ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Dabei dürfen Themen wie beispielsweise samenfestes Saatgut, Tierwohl, Klimaneutralität nicht fehlen, obschon manchmal auch einfach die regionale Versorgung mit Bio-Blumenkohl eine wichtige Aufgabe ist. Dabei will das Projekt gerne eine Pionierrolle einnehmen und beispielsweise an neuen Ideen für die Fleischvermarktung arbeiten. 

 

Das Projekt konzentriert sich auf Brandenburg und Sachsen, aber auch die anderen Bundesländer im Osten werden einbezogen. Dazu erfolgt ein enger Austausch mit den Biokreis Erzeugerringen Nord-Ost und Mitteldeutschland. Als Koordinatorin für das Projekt hat Anja Ettner im August ihre Arbeit beim Biokreis aufgenommen. Sie hat zunächst die Wünsche und Möglichkeiten der Biokreis-Landwirt*innen und des Handels aufgenommen und beginnt nun zu prüfen, wo Hebel angesetzt werden müssen, um Lücken in der Kette zu schließen. Vor allem aber wird Anja ansprechbar sein für Vermarktungsideen. Sie wird die Fäden in der Hand halten, zusammenführen und dranbleiben. Denn für den langfristigen Erfolg eines neuen Produkts ist es wichtig, im engen Austausch zu bleiben und Impulse aufzunehmen. 

 

Das Projekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert.