Biokreis NRW trifft sich: Acker und Grünland

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Der Biokreis Erzeugerring NRW ist unterwegs – digital und direkt vor Ort. Da unsere Ackerbauern und -bäuerinnen weit verstreut sind, organisierte die Geschäftsstelle im August einen digitalen Ackerbau-Stammtisch und kurz darauf eine Grünland-Begehung, bei Regen zwar, aber eben vor Ort.

 

Thorsten Block ist einer unserer „großen“ Ackerbau-Betriebe mit Standort in Niedersachsen. Er stellte seinen Betrieb während des Online-Stammtisches ausführlich vor, berichtete über Anbau-Erfolge und auch -Herausforderungen, über seinen zweiten Grünlandbetrieb mit Mutterkhuh-Herde und seine Vermarktungsmethoden. Schnell wurde klar: Wer lernen will, konnte hier einiges mitnehmen über Vielfalt auf dem Acker, Fruchtfolgen und anderes. Klar, nicht jeder hat zudem eine echte „Bio“-Biogasanlage, die Energie und Dünger produziert, aber letztlich muss jeder die Lösungen für die eigenen Betriebe finden. Inspirationen dafür gab es einige. Thorsten Block beispielsweise arbeitet unter anderem viel mit Dinkel, da dafür ein interessanter Markt existiert. Einkorn und Emmer sind ebenfalls in Planung, aber auch Marktfrucht wächst auf seinen Äckern. Hier entsponnen sich Gespräche, die man auch online führen konnte.

 

Eine Grünlandbegehung funktioniert wiederum nicht ohne auf dem Grünland zu stehen. Dr. Edmund Leisen ist der Grünland-Experte im Ökoteam der Landwirtschaftskammer NRW. Er betreut auch ein umfassendes Netzwerk von Grünlandbetrieben im In- und Ausland, hat Erfahrung aus vielen Jahren Arbeit und einiges an Projekten durchgeführt. Der Biokreis hat ihn in die Eifel geholt, dort schaute er auf den Betrieben von Michael Grünwald und Herbert Frohn genau hin. Einerseits gab es betriebsindividuelle Überlegungen, wie man die Weide noch besser nutzen kann. Zudem konnten alle Teilnehmer*innen so einiges mitnehmen – über die gern überschätzte Wirkung der Nachsaat, dass Geilstellen aus dem Frühjahr oft auch noch im nächsten Jahr gemieden werden. Und vor allen Dingen, dass die Kraft und Bedeutung der Weide für die Fleisch- und Milchproduktion gerne unterschätzt wird. Vollweide, geschickt gemacht, reduziert den Kraftfutter-Einsatz wesentlich, spart Bares und steigert auch bei eventuell verringertem Fleisch- und Milch-Ergebnis die Wertschöpfung auf dem Hof.

psch