Kritische Biokreis-Stellungnahme zum Regionalplan Köln

Das ist neu, war aber mal notwendig: Der Biokreis-Erzeugerring NRW bezieht Stellung gegen den aktuell vorgelegten Regionalplan für den Regierungsbezirk Köln. Denn immer mehr Flächen sollen überplant werden. Betroffen sind auch Flächen von Betrieben, die an einer Biokreis-Mitgliedschaft interessiert wären und sich in ihrer Existenz bedroht sehen.

 

Regionalplan – was ist das? Im Regionalplan werden die Wünsche der Kommunen dargestellt, wo sie in den nächsten rund 25 Jahren eventuell Wohngebiete, Gewerbe- und Industriegebiete realisieren wollen, man spricht von sogenannten „Potenzialflächen“. Das sind also Vormerkungen, denn noch ist kein Flächennutzungsplan dafür geändert. Aber sie zeigen, was sich Kommunen wünschen. Insgesamt werden hier rund 15.000 Hektar als „Potenzialflächen“ dargestellt, davon allein 1.700 „außerhalb des Siedlungsbereiches“. Das heißt, auch hier werden wieder landwirtschaftliche  Nutzflächen – bio und konventionell – für Beton geopfert. Für den Biokreis Erzeugerring NRW ist dieser Regionalplan aus der Zeit gefallen. Die Vorarbeiten beruhen auf Daten, die in der Mehrzahl vor 2018 erfasst wurden. Dabei sollte jedem, der die Zeit ab 2018 bewusst erlebt hat, klar sein, dass wir uns mitten im Klimawandel befinden. Vier von fünf Jahren waren trocken. Aus Biokreis-Erzeugerring-NRW-Sicht ist es nicht verantwortbar, weiter landwirtschaftliche Flächen zu opfern. Jeder Quadratmeter wird zur Nahrungsmittelproduktion gebraucht. 

 

So hat sich der Vorstand des Biokreis Erzeugerring NRW durch die 200-seitige Begründung des Regionalplans gekämpft und die Stellungnahme erarbeitet. „Eigentlich erwarten wir mittlerweile eine Strategie zur Rückgewinnung von landwirtschaftlichen Flächen – das wäre echte Zukunftsvorsorge“, so der Biokreis-NRW-Vorsitzende Andre Tholen.

 

Es ist an der Zeit, dass Wohnungsbau, Gewerbe- und Industrie innovative Lösungen finden, die ohne Flächenfraß auskommen. Denn landwirtschaftliche Flächen liefern einerseits Grundnahrungsmittel. Die braucht es immer öfter aus der Region, weil klassische Anbauregionen anderer Länder auch den Klimastress erleben und Produktionseinbrüche haben werden. Außerdem ist Boden, gerade auch der des Grünlands, ein wichtiger Kohlenstoff-Speicher, den es zu erhalten und aufzubauen gilt – als Bremse gegen den Klimawandel. Dafür ein Zeichen zu setzen, dies haben die Macher des Regionalplanes derzeit versäumt.

 

Die Stellungnahme zum Nachlesen: