Wertvolle Denkanstöße in Zeiten des Wandels

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Der Einladung des Biokreis waren rund 45 Akteur*innen der Bio-Lebensmittelbranche gefolgt: Am 21. und 22. September fanden sie sich zum ersten Biokreis-Tag für Verarbeitung & Handel seit der Corona-Pandemie beim Großhändler Dennree in Töpen zusammen. 

 

Wie positiv es ist, sich persönlich miteinander austauschen zu können, war deutlich zu spüren. Die Teilnehmenden nutzten beim Biokreis-Tag für Verarbeitung & Handel jede Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen und Einblicke ins Geschehen bei anderen Unternehmen zu bekommen. 

Ein abwechslungsreich und dicht gestaltetes Veranstaltungsprogramm bot dafür allerlei Anknüpfungspunkte. Los ging es am Mittwochnachmittag auf dem zu Dennree gehörenden Hofgut Eichigt in Sachsen. Hier besichtigten die Teilnehmenden die neu gebauten Ställe für Milchkühe und Kälber und erfuhren im Rahmen der Führung mehr über das Konzept der kuhgebundenen Aufzucht am Hof.

 

Am nächsten Tag stand dann die Besichtigung des Zentrallagers bei Dennree auf dem Programm, die Einblicke in die komplexe und punktgenaue Logistik des Großhändlers gab.  

Im Bio-Hotel Zeulenroda und in der Dennree-Zentrale sorgten zudem Vorträge der Biokreis-Partner für Denkanstöße in unruhigen Zeiten am Markt: Dennree-Geschäftsführer Thomas Greim gab Einblicke in die Unternehmensphilosophie und in die strategische Gestaltung des Bio-Großhändlers. Dennree-Marketingleiter Lukas Nossol vertiefte den Einblick ins Unternehmen mit einem Vortrag zur Kommunikationsstrategie des Unternehmens. Dass Ökolandbau Spaß macht und diese Freude am Umgang mit Tieren, Natur und Lebensmitteln auch der Kundschaft vermittelt werden sollte, dafür plädierte Bernhard Probst, Geschäftsführer des Bio-Unternehmens Vorwerk Podemus. Sein kurzweiliger Vortrag löste eine intensive Diskussion darüber aus, wie sich das Verhältnis von Fleischkonsum und pflanzenbasierter Ernährung in Zukunft verändern wird. Die anwesenden Vertreter*innen von Unternehmen, die vegane Bio-Produkte auf den Markt bringen, plädierten in diesem Zusammenhang dafür, die Werte der ökologischen Fleischerzeugung noch besser zur Geltung zu bringen, um sich in einer sich schnell verändernden Marktposition gut zu positionieren. 

 

Ein weiteres Thema, das aktuell alle Teilnehmenden intensiv beschäftigt und das wiederholt zur Sprache kam, ist die Entwicklung des Bio-Fachhandels und die Positionierung an einem Markt, der zunehmend auch vom Lebensmitteleinzelhandel besetzt wird. Im Austausch miteinander ging es unter anderem darum, wie die hochwertige Qualität von Bio-Erzeugnissen mit den Erfordernissen einer wettbewerbsfähigen Preisgestaltung am Markt vereinbar sei. Biokreis-Geschäftsführer Josef Brunnbauer bestärkte im Rahmen der Diskussion einmal mehr die Positionierung des Biokreis als Partner des Fachhandels und warb um intensive Zusammenarbeit und Kooperation. 

Viele der angestoßenen Debatten werden den Biokreis auch in Zukunft bewegen und Aufmerksamkeit im Verband finden. Dafür waren die offenen Worte aller Beteiligten sehr wertvoll. „Wir wollen uns unbedingt wieder jedes Jahr in diesen Runden zusammenfinden“, meinte Josef Brunnbauer zum Abschluss der Veranstaltung. „Denn dieser Austausch ist überaus wertvoll für einen Verband wie den Biokreis.“  

 

Von Stephanie Lehmann