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26.07.2019
Genussrechte für die neue Käserei - ökologisch, regional & gewinnbringend

Die Biokreis-Käserei Wohlfahrt gibt seit kurzem Genussrechte aus, um den Ausbau des Unternehmens zu finanzieren. Was sind Genussrechte und wie funktioniert diese Form der Geldanlage?

Von Stephanie Lehmann

Die Biokreis-Hofkäserei in Weißenberg in der Oberpfalz produziert seit 1990 Bio-Käse in traditioneller Handwerkstradition. Im Lauf der Jahre entstand eine Vielzahl von Bio-Käsespezialitäten, die sich großer Beliebtheit bei den Kunden erfreuen. Um der wachsenden Nachfrage nachkommen zu können, erweitern die Wohlfahrts nun die Räume für die Käseherstellung und den Reiferaum. Im Zuge des Ausbaus wollen sie die Herstellungsverfahren zudem möglichst ressourcenschonend und CO²-neutral gestalten.

Um den Ausbau ihrer Bio-Käserei zu finanzieren, haben sich Harald und Heidi Wohlfahrt für ein besonderes Konzept entschieden. Sie geben seit Anfang AprilGenussrechte aus, um gemeinsam mit ihren Kunden das Wachstum der Käserei zu gestalten.  

Genussrechte – wer den Begriff hört, mag zunächst einmal an Lebensmittel und deren Verzehr denken. Tatsächlich hat der Begriff nichts damit zu tun. Genussrechte sind ein Instrument der Unternehmensfinanzierung; eine Anlageform, die zwischen Darlehen und Beteiligung einzuordnen ist. Weil die Geldanlage aber tatsächlich auch in Naturalien verzinst werden kann, eignet sie sich besonders zur Bindung von Kunden und Verbrauchern an ein Unternehmen.

„Der Begriff ‚Genussrechte‘ hat in dieser Hinsicht einen besonderen Charme“, meint Gernot Meyer, der seit 15 Jahren nachhaltig wirtschaftende Unternehmen bei der Umsetzung dieses alternativen Finanzierungssystems betreut. „Das Modell ist sicherlich erklärungsbedürftig“, meint der Unternehmensberater, „daher sind Genussrechte besonders für Vermarkter mit direkter Kundenbeziehung geeignet.“ Die Idee ist, dass Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter unabhängig von einer Bank gemeinsam ein Unternehmen finanzieren.

Die Familie Wohlfahrt hat zwei verschiedene Anlagemodelle für Einzelpersonen und für Handelspartner im Angebot. Wer sich als Privatperson am Unternehmen beteiligen möchte, kann ab einer Mindestinvestition von 1.000 Euro Genussrechte zeichnen. Dieser Betrag wird dann über einen Zeitraum von sieben Jahren mit einem Naturalzins von vier Prozent vergütet. Das Besondere daran: Die Anleger wissen ganz genau, was mit ihrem Geld passiert. Sie investieren nicht in anonyme Fonds, sondern unterstützen ökologische Betriebe in ihrer Region.

„Das Interesse an den Genussrechten ist auf jeden Fall groß“, freut sich Harald Wohlfahrt. Ihm ist besonders wichtig, über die Genussrechte die Menschen zusammenzubringen. Deshalb wird die Familie Wohlfahrt auch einmal im Jahr ein Fest für die Anleger veranstalten, um die Beteiligten zu informieren und ihnen die Gelegenheit zu geben, die Entwicklung der Käserei mit eigenen Augen zu begutachten. „Dafür laden wir dann alle zu uns nach Weißenberg ein!“, meint Harald Wohlfahrt.

Mehr Informationen unter www.genussrechte.org

   
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